14.02.2012

Deutscher Online-Handel hinkt im Vergleich

Der Onlinehandel boomt, jedoch: Gemessen an unseren französischen Nachbarn hinkt der deutsche Online-Handel hinterher. Das belegen neueste Zahlen der Handelsverbände beider Länder. Laut Einzelhandelsverband HDE stiegen die Umsätze deutscher Shops im Netz 2011 um 8,1%. In Frankreich dagegen legte der E-Commerce um 22% zu, so der E-Commerce-Verband FEVAD.
Einzige Gemeinsamkeit: In Frankreich wie in Deutschland liegt Amazon an der Spitze. In Frankreich sind dem Online-Riesen eine Reichweite von 31% der Internetbevölkerung und 1,45 Millionen Besucher pro Tag sicher. Hierzulande liegt der Marktanteil von Amazon bei 10-15% und ist im Steigen begriffen.

E-Commerce-Spezialist Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein attestiert dem Internet großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung. So gilt der deutsche Online-Handel als der größte in Europa, muss sich aber im Vergleich zu Großbritannien, wo die E-Commerce-Erlöse mit 20 Millionen Menschen weniger als doppelt so hoch ausfallen, geschlagen geben. Das könnte an der desolaten Netzstruktur liegen. „Schnelle DSL-Verbindungen haben nach neuesten OECD-Zahlen lediglich 29,3% aller Haushalte in Deutschland“, so Heinemann. Zwar habe die Internetwirtschaft 2004 bis 2009 rund 24% zum BIP-Wachstum beigesteuert, jedoch seien die ca. 100 Milliarden Euro der letzten drei Konjunkturprogramme nicht für eine echte Wachstumsbeschleunigung genutzt worden. Das E-Commerce-Center Handel (ECC) gibt außerdem zu bedenken, dass die Schere zwischen den Gewinnern und Verlierern auf dem Online-Markt immer weiter auseinander klaffe.

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