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Vertrag mit US-Militär

Microsoft-Deal: US-Soldaten sollen HoloLens im Kampf nutzen

Veröffentlicht: 30.11.2018 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 30.11.2018 | Gelesen: 753 mal
Cybersoldat

Microsoft hat eine Ausschreibung des US-Militärs über 480 Millionen US-Dollar gewonnen, berichtet Bloomberg. Laut Vertrag soll Microsoft eine Version seiner HoloLens-Brille liefern: Mit diesem auf Augmented Reality basierenden sogenannten Integrated Visual Augmentation System (IVAS) sollen Soldaten trainieren, aber auch in die Schlacht ziehen. Laut Vertrag soll der Prototyp „die Tödlichkeit erhöhen, indem es die Fähigkeit verbessert, den Feind zu erkennen, zu entscheiden und zu bekämpfen“. Unter anderem sollen die speziell für das Militär angefertigten Geräte dann Nachtsicht, Wärmeabtastung und Gehörschutz haben sowie Vitalparameter wie Atmung und Bereitschaft der Soldaten messen. Die Soldaten könnten so genaue Reichweiten zum Ziel, Windstärken und andere Faktoren erhalten, mit denen sie besser schießen könnten.

Microsoft könnte 100.000 HoloLens ans US-Militär liefern

Microsoft könnte laut Vertrag rund 100.000 Exemplare des Headsets liefern. Zunächst sollen innerhalb von zwei Jahren rund 2.500 Prototypen gebaut werden. Die US-Armee wird damit zu einem der wichtigsten HoloLens-Kunden von Microsoft. „Die Augmented-Reality-Technologie wird den Truppen mehr und bessere Informationen zur Verfügung stellen, um Entscheidungen zu treffen. Diese neue Arbeit erweitert unsere langjährige, vertrauensvolle Beziehung zum Verteidigungsministerium auf diesen neuen Bereich“, sagte ein Microsoft-Sprecher. Allerdings gab es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder auch Kritik an der Zusammenarbeit der Technologiebranche mit dem US-Militär: Zuletzt sprach sich Google beim Projekt „JEDI“ gegen einen 10-Milliarden-Deal mit dem US-Verteidigungsministerium aus.

Auch bei Microsoft selbst gab es immer wieder Widerstand gegen eine Zusammenarbeit mit US-Behörden. Hunderte von Microsoft-Mitarbeitern kritisierten Anfang des Jahres in einer Petition einen Vertrag mit der US-Einwanderungsbehörde, die eine Künstliche Intelligenz von Microsoft nutzte. Im Oktober forderte ein angeblich von Microsoft-Mitarbeitern geschriebener Blog-Post das Unternehmen auf, nicht bei einem Milliarden-Dollar-Vertrag mit dem US-Militär zu bieten. „Viele Microsoft-Mitarbeiter glauben nicht, dass das, was wir bauen, für die Kriegsführung verwendet werden sollte“, schrieben sie. Darauf antwortete Microsofts Präsident und Chief Legal Officer, Brad Smith, dass das Unternehmen weiterhin Software an das US-Militär verkaufen würde, Mitarbeiter mit ethischen Bedenken aber zu anderen Projekten innerhalb des Unternehmens wechseln dürften.

Die US-Army, das australische und das israelische Militär trainieren bereits mit HoloLens-Geräten von Microsoft – die Nutzung im echten Kampf wäre aber Neuland. Auf dem Endkunden-Markt ist die HoloLens noch nicht richtig angekommen: Microsoft soll erst rund 50.000 Geräte verkauft haben.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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