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E-Commerce: Walmart wird zur eierlegenden Wollmilchsau

Veröffentlicht: 29.01.2014 | Autor: Giuseppe Paletta | Letzte Aktualisierung: 29.01.2014 | Gelesen: 3129 mal

Walmart setzt mit seinem Programm "Walmart To Go" verstärkt auf den Online-Handel. Allmählich weitet die Supermarktkette das Angebot in immer mehr US-Bundesstaaten aus und stellt sich damit gegen den Konkurrenten Amazon auf.

Walmart setzt mit

Walmart, einer der weltweit umsatzstärksten Einzelhändler, baut allmählich seine Online-Strategie aus. Während der US-Konzern angekündigt hat insgesamt 2.300 Arbeitsplätze zu streichen, setzt er gleichzeitig verstärkt auf Vertriebsmodelle aus dem Online-Handel. Unter dem Namen "Walmart To Go", testet die Supermarktkette zahlreiche E-Commerce-Angebote für US-Kunden. Von Same-Day-Delivery, über die Lieferung von E-Food bis hin zu Drive-In-Services, alles scheint Walmart recht zu sein, um dem wachsenden Trend zum Online-Handel gerecht zu werden.

E-Commerce: Walmart probiert alles aus

Walmarts E-Commerce-Vorstoß "Walmart To Go" ist jetzt auch im US-Bundesstaat Colorado verfügbar. Dadurch können die Kunden der Supermarktkette dort einkaufen, ohne erst eine der Supermarkt-Filialen betreten zu müssen. Walmart weitet allmählich seine unter dem Label "Walmart To Go" versammelte E-Commerce-Angebote in einzelne Bundesstaaten aus. Der Konzern drängt damit verstärkt in den Online-Handel und baut auf eine langfristige Cross-Channel-Strategie. Der US-Einzelhandel musste in der Vergangenheit Verluste hinnehmen, sodass nicht nur Walmart, sondern auch andere Supermarktketten wie J.C. Penny und Target jüngst Stellenstreichungen angekündigt haben.

„Es dreht sich alles um die Wahl der Kunden“, sagte Ravi Jariwala, Pressesprecher Walmart liefert auch Lebensmittel nach Hause.von Walmart gegenüber dem Online-Magazin Techcrunch. Walmart habe verstanden, dass sich das Kundenverhalten verändere. Denn letztlich diktiere der Kunde selbst, was für ihn am praktikabelsten sei.

Eine Möglichkeit, die Walmart unter dem Label "Walmart To Go" ausprobiert, ist die Abholung der Waren an einer der zahlreichen Walmart-Filialen. Die Kunden können so ihre Produkte zum Beispiel morgens online bestellen und abends in der nächsten Filiale abholen. Dafür möchte Walmart Drive-In-Stationen seitlich der Supermarktfilialen einrichten. Kunden sollen dort mit ihrem Auto vorfahren können und die Mitarbeiter übergeben ihnen die online bestellten Produkte. Eine von Walmart durchgeführte Studie soll ergeben haben, dass 55 Prozent der Kunden diese Art des Einkaufens gegenüber der Lieferung nach Hause bevorzugen: Denn so hätten die Kunden im Falle dass sie ein Produkt bei der Bestellung vergessen hätten, die Möglichkeit nochmal kurz in den Supermarkt zu gehen und das Produkt zu kaufen.

Langfristig muss Walmart mit Amazon konkurrieren

Die Lieferung der Waren nach Hause ist eine weitere Option, die Walmart unter dem Label "Walmart To Go" in einigen US-Bundesstaaten ausprobiert. Teilweise liefert Walmart damit sogar Lebensmittel nach Hause. Der Bundesstaat Colorado ist das jüngste Gebiet, indem die Supermarktkette die Lieferung von E-Food anbietet. Zuvor hatte Walmart bereits in seinem Hauptsitz im Silicon Valley und in San Jose und San Francisco Lebensmittel nach Hause geliefert.

Walmart testet so viele E-Commerce-Modelle gleichzeitig, dass es leicht unübersichtlich wird. So umfasst das Label "Walmart To Go" auch Angebote rund um Same-Day-Delivery. Und um die Verbraucher ganz aus dem Konzept zu bringen, bietet Walmart auch noch den „Site-to-Store“-Service an: Kunden bestellen ihre Waren online und suchen sich die Filiale aus, in welcher sie die Waren abholen möchten. Walmart liefert dann die Bestellung an die von den Kunden ausgewählte Walmart-Filiale.

In den USA gehört Amazon zu den ernsthaften Konkurrenten von Walmart. Denn Amazon bietet u.a. in Los Angeles und San Francisco mit seinem Programm Amazon Fresh auch die Lieferung von E-Food an.

Langfristig wird Walmart wohl nicht nur mit dem wachsenden Online-Handel zu kämpfen haben: Auch das Drängen von Amazon mit Angeboten wie Amazon Fresh wird Walmart beschäftigen. Allerdings genießt Walmart gegenüber Amazon noch einen klaren Vorteil: Seine 4.100 Supermarktfilialen sollen strategisch so gut liegen, dass zwei Drittel der US-Bevölkerung einen Walmart-Store im Umkreis von acht Kilometer haben soll.

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