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Kreditkartenanbieter schlagen Gebührensenkung vor

Kartellstreit mit Visa und Mastercard vor dem Abschluss?

Veröffentlicht: 05.12.2018 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 05.12.2018 | Gelesen: 697 mal
Viele Mastercards und Visas auf einem Haufen.

Visa und Mastercard lassen sich ihren Service gut bezahlen: Benutzt ein Kunde beim Kauf eines Produkts – online oder stationär – die jeweilige Karte des Anbieters, zahlt die Bank des Verkäufers an die Bank des Karteninhabers ein sogenanntes „multilaterales Interbankenentgelt”. Das sogenannte „Interregionale Interbankenentgelt” wird für Zahlungen erhoben, die mit Karten getätigt werden, die außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes ausgestellt wurden. Diese Gebühren werden im Rahmen der Mischkalkulation am Ende wieder auf den Verbraucher umgewälzt. So muss am Ende jeder Verbraucher die Kosten für Visa und Mastercard mittragen, obwohl er gar nicht erst über diese Zahlungsmittel verfügt.

Wie der Presseseite der Europäischen Kommission zu entnehmen ist, haben die Wettbewerbshüter Bedenken, dass die erhobenen Gebühren für Karten, die nicht aus dem Europäischen Wirtschaftsraum stammen, zu wettbewerbswidrigen, höheren Preisen führen.

Wettbewerbsbeschränkung zwischen den Banken

Bereits 2007 stellte die Kommission fest, dass die Gebühren von Mastercard und Visa für grenzüberschreitende Transaktionen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes den Wettbewerb zwischen den Banken beschränken. Um den Streit zu einem baldigen Ende zu führen, unterbreiteten Visa und Mastercard der Kommission nun einen Vorschlag, berichtet Reuters. Die Gebühren für außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes ausgestellten Kredit- und Debitkarten sollen um mindestens 40 Prozent gesenkt werden. Bei Zahlungen vor Ort soll künftig eine Gebühr von 0,2 Prozent für Debitkarten und 0,3 Prozent für Kreditkarten veranschlagt werden. Für Zahlungen im Online-Bereich soll laut den Vorschlägen ein Entgelt von 1,15 Prozent für Debitkarten und 1,5 Prozent bei Kreditkarten erhoben werden.

Mastercard rechnet laut Reuters mit einer Beendigung des Verfahrens im ersten Quartal 2019.

650 Millionen Dollar Bußgeld

Gegen Mastercard läuft zurzeit außerdem noch ein zweites Kartellverfahren. Hier muss das Unternehmen Reuter zufolge mit einem Bußgeld von 650 Millionen Dollar rechnen. Auch in diesem Fall wird ein Ende Anfang 2019 erwartet.

Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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