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Keine Umsatzsteuer für Bitcoins

Veröffentlicht: 11.10.2013 | Autor: Giuseppe Paletta | Letzte Aktualisierung: 25.10.2013 | Gelesen: 3653 mal

Jetzt kann es im E-Commerce losgehen, zumindest wenn es nach FDP-Politiker Frank Schäffler geht. Er begrüßte die Stellungnahme des Bundesfinanzministeriums in Bezug auf Bitcoins. Das Ministerium stellte fest, dass Händler für die Nutzung von Bitcoins keine Umsatzsteuer zahlen müssten.

Keine Umsatzsteuer für Bitcoins

Kann es jetzt losgehen?

Ist das der finale Durchbruch? Die digitale Währung Bitcoins kann als Zahlungsmittel in Deutschland genutzt werden, ohne dass darauf Umsatzsteuer gezahlt werden muss. Das berichtet Welt.de in Bezug auf das Bundesfinanzministerium. Der FDP-Politiker Frank Schäffler hatte eine parlamentarische Anfrage an das Ministerium gestellt. Welt.de zitiert aus einem Schreiben des Finanzministeriums: "Die bloße Entgeltentrichtung ist keine Lieferung oder sonstige Leistung im Sinne des Paragraf 1 Absatz 1 Umsatzsteuergesetz".

„Wirklich fantastisch“ ist das noch nicht

Damit scheint sich die digitale Währung, die es überhaupt erst seit 2009 gibt, nach und nach als ernsthaftes Bezahlmittel in Deutschland anzukommen. Der Bitcoin könne nun problemlos für den E-Commerce genutzt werden, da es keine Umsatzsteuerlichen Hürden mehr gebe, kommentierte FDP-Politiker Frank Schäffler gegenüber Welt.de. „Das ist wirklich fantastisch für alle Online-Händler und Bitcoin-Freunde“, so Schäffler.

Ob es aber tatsächlich so fantastisch für Online-Händler ist, wie Schäffler behauptet, ist allerdings aus Sicht der Online-Händler sehr zu bezweifeln. Die digitale Währung wurde erst im August von einem US-Gericht überhaupt als eine „Art von Geld“ anerkannt und zuletzt als bevorzugtes Zahlungsmittel auf dem vom FBI gesperrten Marktplatz „Silkroad“ genutzt. Erst im März waren in den USA zwei Bitcoin-Börsen gesperrt worden, weil dort Geldwäsche und Betrug vermutet worden war. Zahlreiche Nutzer hatten die Währung zum Einkauf von Drogen, Kreditkartendaten oder Trojanern missbraucht.

Kritiker sprechen von „Hackerwährung“

Kritiker nennen Bitcoin eine „Hackerwährung“, was wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass Computerbesitzer durch das sogenannte „Mining“ selbst Bitcoins erzeugen können. Außerdem gibt es keine Zentralbank, die die Menge der Bitcoins und damit Inflation oder Deflation der Währung beeinflussen könnte. Während Länder wie die USA und auch Deutschland der Währung nach wie vor kritisch gegenüber stehen, hat Thailand den Handel mit Bitcoins beispielsweise ganz verboten.

Bislang gibt es im Internet kaum Anbieter, die Bitcoins tatsächlich als Zahlungsmittel akzeptieren. Es bleibt mit dem aktuellen Beschluss des Finanzministeriums dennoch spannend, ob die digitale Währung nun doch noch ihren festen Platz im E-Commerce findet.

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