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Google Mobile Speed Leaderboard

Mobile Webseiten: Online-Händler haben Nachholbedarf

Veröffentlicht: 04.12.2018 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 04.12.2018 | Gelesen: 636 mal
Paar ist sauer auf Smartphone

Ein Großteil der Internetnutzer geht mittlerweile mobil online und schon 2016 lag die durchschnittliche Nutzerwartung einer mobilen Ladezeit bei drei Sekunden. Eine Webseite sollte auf dem Smartphone also innerhalb von drei Sekunden geladen haben, um die Absprungrate niedrig zu halten. Google hat in Zusammenarbeit mit der Mobile Marketing Association Germany  (MMA) zum dritten Mal die Google Leaderboards veröffentlicht, in denen die mobile Ladegeschwindigkeit bekannter Webseiten verglichen wird. 

Dafür wurden insgesamt 300 Seiten untersucht und das zunächst ernüchternde Ergebnis lautet: Gerade mal zwei Prozent aller Webseiten erreichen die Nutzererwartung von drei Sekunden. Das ist vor allem deshalb ernüchternd, weil 53 Prozent aller Webseiten-Aufrufe abgebrochen werden, wenn die Ladezeit mehr als drei Sekunden beträgt. Mit einem lahmen mobilen Auftritt gehen einem Anbieter also eine Menge Conversions verloren. Das haben aber mittlerweile auch Händler und Marktplätze verstanden – die durchschnittliche Ladezeit wird immer geringer. Trotzdem gibt es gerade im Online-Handel noch Nachholbedarf, auch wenn der Handel insgesamt mittlerweile ziemlich gut, sprich: schnell, aufgestellt ist.

Schnelles Zalando, durchwachsenes Amazon

Den schnellsten mobilen Auftritt in Deutschland hat die Jobbörse Indeed, deren Seite in gerade einmal 1,7 Sekunden geladen ist. Relativierend muss man aber dazu sagen: Die Startseite von Indeed ist im Vergleich mit in der Regel recht bildlastigen E-Commerce-Angeboten sehr spartanisch gehalten. Dahinter folgen die beiden Aldis, MyMuesli, Otto Office und Zalando, die allesamt unter drei Sekunden bleiben. Vor allem MyMuesli hat in den vergangenen Monaten kräftig am mobilen Auftritt geschraubt. Lag die Ladezeit beim letzten Ranking vor einem halben Jahr noch bei sechs Sekunden, sind es mittlerweile nur noch 2,5 Sekunden. In der Kategorie Nahrungsmittel liegt der Müsli-Spezialist damit an erster Stelle.

Schnellste mobile Seiten

Unter den E-Commerce-Schwergewichten tut sich vor allem Zalando hervor. Der Mode-Händler schafft mittlerweile eine Ladezeit von 2,6 Sekunden. Laut Dr. Christoph Lütke Schelhowe, VP Product Analytics bei Zalando, ist das das Ergebnis harter Arbeit: „Die Optimierung der Ladezeiten unserer Website ist für uns kein einmaliger Sprint, sondern kontinuierliche Aufgabe für unsere Teams. Insbesondere Bildoptimierung und Reduzierung der JavaScript-Bundles haben in den letzten Monaten unsere Ladezeiten weiter verbessert.“

Damit hat Zalando dem Großteil der E-Commerce-Konkurrenz einiges voraus. In der Kategorie Online-Versandhändler liegt Ebay an erster Stelle – allerdings mit einer Ladezeit von 4,2 Sekunden. Angesichts der Nutzenerwartung ist der Wert durchaus ausbaufähig. Noch etwas mehr Arbeit vor sich haben Otto und Amazon. Die beiden Marktplatz-Schwergewichte kommen aktuell nur auf 5,2 respektive 5,4 Sekunden.

Google-Grafik E-Commerce mobile Geschwindigkeit

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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