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Kolumne: Das Problem mit der Sicherheit

Veröffentlicht: 13.09.2013 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 13.09.2013 | Gelesen: 2414 mal

Die letzten Wochen und Monate hielten immer wieder erschreckende Meldungen über die Verletzung der Privatsphäre im Internet bereit. Aus den weltweiten Bespitzelungen resultieren nun diverse Gegenmaßnahmen, Programme und Apps: Besonders technikversierte Unternehmen schaffen eine Art „Anti-Spionage-Zweig“ im E-Commerce.

Natürlich gibt es ein Gesetz, das uns – das heißt den Otto-Normalbürger – vor Spionage schützen soll: So stellt das deutsche Grundgesetz sicher, dass unsere Würde unantastbar ist, dass wir unsere Persönlichkeit frei entfalten können und dass unsere personale und soziale Identität geachtet wird.

Obwohl also die Bewahrung und Verteidigung persönlicher und sensibler Daten im Prinzip sichergestellt werden, sieht unser alltägliches Leben jedoch ganz anders aus: Tag für Tag schwärmen wir in die Weiten des Internets aus und geben mit vollen Zügen Details aus unserem Privatleben preis. Die meisten User wissen in der Zwischenzeit, dass beispielsweise die Nutzung sozialer Netzwerke auch mit dem teilweisen Verlust der Privatsphäre einhergeht. Soweit so gut.

Zwar könnte man sich entscheiden, Abstand von den „Daten-fressenden“ Netzwerken zu nehmen und Sorgfalt walten zu lassen, trotzdem wäre die Sicherung unserer persönlichen Angaben nicht gewährleistet. Denn sowohl im deutschen als auch beispielsweise im US-amerikanischen Recht sind Artikel verankert, die zum Schutz des Staates und des Allgemeinwesens Spionage theoretisch erlauben.

Was also tun, wenn uns Gesetze nicht absichern? Unternehmen haben nun unterschiedliche Möglichkeiten gefunden, mit der kritischen Lage umzugehen. So machte die Nachricht um ein „Merkelphone“ die Runde. Das Hochsicherheits-Handy der Telekom ist durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie zugelassen und gilt als abhörsicher. Das mobile Gerät besteht aus zwei Bereichen: einem abgeschlossenen, der für die Verschlüsselung und Absicherung von Daten zuständig ist, und einem offenen, in dem beispielsweise weniger wichtige Informationen abgefragt werden können. Mithilfe einer Wisch-Geste kann zwischen den beiden separaten Systemen geswitcht werden. Ob den meisten Verbrauchern die eigene Sicherheit und Abschirmung jedoch 1700 Euro wert ist, bleibt abzuwarten.

Eine andere Art von Anti-Spionage-Programm bietet zum Beispiel das Münchener StartUp enforce WOW. Es fokussiert sich dabei nicht die Spionage durch ausländische Geheimdienste etc., sondern auf Zugriffe durch Personen aus dem direkten Umfeld. Da Pins und Wisch-Muster zum Entsperren eines Smartphones häufig einfach zu knacken oder leicht auszuspionieren sind, bietet das Unternehmen einen Schutz für alle iPhone-Modelle. Die App namens Looky-Looky bietet drei verschiedene Modi: Im „Verwirrungs-Modus“ wird ein gefälschter Screenshot des Home-Bildschirms eingeblendet und zugleich ein Foto mithilfe der Frontkamera aufgenommen. Außerdem nimmt das Gerät alle Berührungen, die auf dem Screen vollzogen werden, auf. Der „Abschreckungs-Modus“ lässt eine zusätzliche Alarmsirene ertönen. Eine eher spaßige Variante bietet der „Konfrontations-Modus“, bei dem das iPhone dem unbefugten Nutzer ein zuvor aufgezeichnetes Video vorspielt.

Das Internet bietet zudem unzählige Anti-Spionage-Programme, die gegen Zugriffe von Außen helfen sollen. Inwieweit diese gegen Hackerangriffe oder „feindliche Zugriffe“ nützen, muss individuell abgeklärt werden. Fest steht jedoch: Bevor man über mögliche Spionage in Panik verfällt, sollte man sich überlegen, wie freizügig man selbst die eigenen Daten preisgibt.

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