Cyberwährung: Deutsche Bank entwickelt Utility Settlement Coin

Veröffentlicht: 25.08.2016 | Geschrieben von: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 25.08.2016

Digitale Währung – Bitcoin beispielsweise – haben einen eher fragwürdigen Ruf. Nun meldeten unter anderem der Finanzrise BNY Mellon und die Deutsche Bank, dass man selbst eine solche digitale Währung einführen wolle. Das Ziel sei die Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie. Doch was genau bedeutet das? Und spielt Bitcoin dabei eine Rolle?

Utility Settlement Coin
© Xaver Klaussner – fotolia.com

Am gestrigen Mittwoch haben der Finanzriese BNY Mellon, die Deutsche Bank, die spanische Santander, die Schweizer UBS, der Broker Icap und das Technologieunternehmen Clearmatics bekanntgegeben, dass man gemeinsam eine Cyberwährung entwickeln wolle. Bereits 2018 soll der Utility Settlement Coin (USC) an den Start gehen. Grund für die Entwicklung der Cyberwährung ist die Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie.

Wird der Utility Settlement Coin der neue Bitcoin?

Was steckt hinter dieser Ankündigung? Die Geldinstitute sind zunehmend darum bemüht, Transaktionen schneller und günstiger abzuwickeln, weswegen die Arbeit an der Weiterentwicklung der sogenannten Blockchain-Technologie nur ein logischer Schritt in diese Richtung ist. Unter Blockchain versteht man laut der Neuen Züricher Zeitung ein System, das die Möglichkeit bietet, Eigentumsverhältnisse viel einfacher und günstiger zu sichern und zu ordnen. Hinter diesem System versteht man bei sueddeutsche.de ein riesiges verschlüsseltes Netzwerk von einzelnen Computern, auf dem beispielsweise die Aktienhandelsgeschäfte von Banken dokumentiert und abgeglichen werden. Dabei ist die Besonderheit, dass diese auf jedem einzelnen Rechner dokumentiert werden. Durch das dezentrale System soll vor allem Sicherheit gewährleistet werden, den Kriminellen wird so der Zugriff erschwert.

Wie sicher die Blockchain-Technologie am Ende aber tatsächlich ist, ist schwer zu sagen. Auch der Bitcoin basiert auf dieser Technologie – doch so sicher scheint diese nicht zu sein. Betrügern gelang es im August Bitcoins im Wert von 58 Millionen Euro stehlen.

Problematisch ist zu dem der schlechte Ruf von Cyberwährung. Bitcoin, wohl die bekannteste Cyberwährung, hat keinen guten Ruf. Grund dafür sind die enormen Schwankungen an der Börse. Aber auch der Missbrauch der Cyberwährung für den Kauf und Verkauf von Drogen oder Waffen haben zum Negativimage beigetragen.

Utility Settlement Coin ist Mittel zum Zweck

Warum arbeiten die Geldinstitute aber an einer eigenen Währung, wenn solche gefahren bestehen? Das System hinter dem Utility Settlement Coin ist dabei jedoch ein grundlegend anderes. Das Konzept des Utility Settlement Coins sieht vor, dass ein USC eins zu eins mit einer konventionellen Währung (besp.: Franken, Euro, Dollar, Pfund) hinterlegt werden muss und das sie in diese umgewandelt werden können. Entsprechend kann der Utility Settlement Coin kein „monetäres Eigenleben“ führen – so nzz.ch. Damit ist der USC eher als „wertneutrales, digitales Währungssubstrat, das für die Abwicklung von Finanztransaktionen mittels einer Blockchain aus technologischen Gründen benötigt wird“, zu sehen.

So sehr die Meldung im ersten Moment für Aufsehen gesorgt hat, ist die Entwicklung des Utility Settlement Coin am Ende nur ein Mittel zum Zweck. Das Ziel der Banken ist vor allem eine Kosten- und Zeitersparnis beim Wertpapierhandel. Aktuell sind daran drei Parteien beteiligt. Mit der Cyberwährung und der Blockchain-Technologie könnte der Abrechnungsorganisator abgeschafft werden. Zudem würde sich das Tempo der Geschäftsabwicklung enorm verbessern. Während der Handel heute noch bis zu zwei Tagen dauert, wäre er dann theoretisch in Echtzeit möglich.

 

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