Cloud-Markt: Oracle sieht das Ende von Amazons Herrschaft gekommen

Veröffentlicht: 19.09.2016 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 15.06.2017

Das US-amerikanische Software-Unternehmen Oracle hat auf der Oracle OpenWorld Conference eine neue Generation seiner Cloud-Infrastruktur vorgestellt. Chief Technology Officer Larry Ellison verkündete damit auch das Ende der Amazon-Herrschaft im Cloud-Sektor.

Cloud Computing

© Jakub Jirsák – Fotolia.com

Es ist eine Kampfansage an Amazon: Oracles neue Generation der Cloud-Infrastruktur, die das Unternehmen nun auf der Oracle OpenWorld Conference in San Francisco vorgestellt hat, soll den bisherigen Marktführer im Cloud-Sektor vom Thron stoßen. Vor allem die Virtual-Machine namens „Dense IO Shape“, die Oracle in seiner zweiten Cloud-Generation zur Verfügung stellen wird, soll Amazon in die Schranken weisen. Die Virtual-Machine biete laut VentureBeat für 5,40 US-Dollar pro Stunde zehnmal mehr Leistung als die Amazon Web Services.

„Amazons Herrschaft ist vorbei“, verkündete Ellison. „Amazon wird in Zukunft eine ernstzunehmende Konkurrenz haben.“ Oracle will seine überarbeitete Cloud-Infrastruktur im laufenden und kommenden Geschäftsjahr stärker bewerben.

Ausbau der Cloud-Infrastruktur verschlingt viel Geld

Die neue Cloud-Generation baut dabei auf Regionen auf, die jeweils drei separate „Verfügbarkeitsdomains“ – also verbundene Datenzentren – haben. Derartige Datenzentrenregionen sind in der Branche nicht ungewöhnlich: Oracles Wettbewerber setzen sie ebenfalls ein. Für Oracle stelle das laut VentureBeat trotzdem einen Schritt vorwärts dar, da das Unternehmen die Regionen weltweit ausbauen wolle.

Der Ausbau der Datenzentren braucht aber vor allem eins: viel Geld. Die operativen Ausgaben von Oracles Cloud-Infrastruktur lagen im letzten Quartal, das am 31. August endete, bei 96 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zu Marktführer Amazon ist das aber noch sparsam: Die operativen Kosten der AWS beliefen sich allein im zweiten Quartal auf 2,02 Milliarden Dollar.

Oracle hat einen weiten Weg vor sich

Trotzdem ist das Cloud-Geschäft für beide Unternehmen wichtig. Für Amazon ist die Cloud-Sparte inzwischen das stärkste Zugpferd, wenn es um den Gewinn geht. Im zweiten Quartal dieses Jahres steigerte das Unternehmen den Umsatz der Amazon Web Services von 1,8 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf 2,9 Milliarden Dollar. Auch der Gewinn stieg beträchtlich: von 305 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2015 ging es hoch auf 718 Millionen Dollar.

Spannend bleibt, ob Oracle sein erklärtes Ziel erreichen und Amazon als Marktführer ablösen kann. In einer aktuellen Aufführung der größten Cloud-Anbieter wurde das Unternehmen nicht einmal erwähnt – zu gering sei nach Angaben der Autoren des Reports der Marktanteil von Oracle am Cloud-Markt.

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