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Massive Ausfälle: Problem bei Amazon Web Services legt Internet lahm (Update)

Veröffentlicht: 03.03.2017 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 23.03.2017 | Gelesen: 3995 mal

Ein Problem bei Amazons Cloud-Service AWS (Amazon Web Services) hat offenbar dafür gesorgt, dass große Teile des Internets am Dienstagabend nicht zu erreichen waren. Es ist der zweite große Ausfall bei Amazon innerhalb weniger Monate. Update: Amazon hat sich für den Ausfall entschuldigt und auch die Ursache bekanntgegeben. Demnach habe ein Tippfehler für die Probleme gesorgt.

Amazon Web Services Logo

© Gil C / Shutterstock.com

Am Dienstag kam es zu Ausfällen bei zahlreichen Web-Diensten. Grund dafür waren offenbar größere Probleme in Amazons AWS-Rechenzentrum US-East-1, wie unter anderem Golem.de berichtet. Amazon selbst habe zu Beginn der Probleme noch nicht von einem Ausfall gesprochen, sondern nur auf „erhöhte Fehlerraten“ im Simple Storage Service (S3) hingewiesen. Viele Nutzer sahen die Sache zu diesem Zeitpunkt allerdings schon anders und sprachen von Ausfällen.

Die Probleme sollen um etwa 19:00 Uhr deutscher Zeit begonnen haben. Fast schon ironischerweise war auch der Web-Dienst isitdownrightnow.com, der über nicht-erreichbare Websites aufklärt, von dem Ausfall betroffen und nicht erreichbar. Der Dienst habe laut Golem.de einen Fehler beim Host als Ursache für den Ausfall angegeben. Zudem war der DDoS-Schutz von Cloudflare nicht betroffen, was auf Probleme bei AWS selbst hindeutete.

Auch Amazon-Dienste vom AWS-Ausfall betroffen

Das Unternehmen reagierte vergleichsweise schnell und konnte die Probleme den Status-Updates zufolge innerhalb von rund drei Stunden lösen. Die Updates deuten auch darauf hin, dass die AWS Web Application Firewall weltweit erhöhte Fehlerraten aufwies. In den USA kam es aber zu deutlich mehr Fehlern.

Wie Golem.de berichtet, waren auch eigene Dienste von Amazon durch den AWS-Ausfall betroffen. So sei es offenbar zu Problemen bei Fire TV, Amazon Prime Video und den Musikstreaming-Diensten des Unternehmens gekommen. T3n.de berichtet von Ausfällen bei Seiten und Diensten wie Slack, Trello, Quora, Business Insider, Coursera und IFTTT. Die Gründe für den Ausfall seien unbekannt.

Es ist das zweite Mal in wenigen Monaten, dass Teile des Internets lahmgelegt wurden. Im Oktober letzten Jahres kam es zu weitreichenden Ausfällen bei zahlreichen Online-Diensten, darunter auch Twitter, Spotify, Etsy, Ebay und Amazon selbst. Grund dafür war ein DDoS-Angriff durch das Mirai-Botnetz, der Medienberichten zufolge durch einen frustrierten Gamer ausgelöst worden sein soll.

Update, 03.03.2017: Tippfehler für Ausfall verantwortlich

Amazon hat sich für die Probleme bei seinen Kunden entschuldigt. Wie t3n.de berichtet, habe das Unternehmen in einer Mitteilung an die S3-Kunden auch den Grund für den Ausfall bekanntgegeben. Demnach habe ein Tippfehler zum Zusammenbruch der Server geführt. Mitglieder des S3-Teams hätten Fehler im Abrechnungssystem ausbessern wollen und mussten dazu einige Server vom Netz nehmen. Durch eine falsche Eingabe seien aber mehr Server als beabsichtigt abgeschaltet worden. Die unbeabsichtigt abgeschalteten Server seien für zwei weitere S3-Untersysteme verantwortlich gewesen – eine Kettenreaktion folgte. Der Neustart der S3-Dienste sei sehr zeitintensiv gewesen. Amazon will nun die Systeme überarbeiten, um Neustarts künftig zu beschleunigen. 

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