Filmfriend: Eigenes Streaming-Portal nur für Bibliothekskunden gestartet

Veröffentlicht: 22.08.2017 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 22.08.2017

Ein neues Streaming-Portal hat seine Pforten geöffnet. Dieses wendet sich an eine ganz spezielle Zielgruppe: Leseratten. Aktuell können nämlich ausschließlich jene Nutzer auf den Dienst zugreifen, die einen Bibliotheksausweis für Berliner Bibliotheken besitzen. Doch schon bald soll Filmfriend weiter wachsen.

Kleines Kind liest neben Fernseher ein Buch
© Sunny studio – shutterstock.com

Bücher und Filme – passt das zusammen? Die Macher des neuen Streaming-Portals Filmfriend glauben schon. Denn Filmfriend ist ein Streaming-Dienst, der sich ausschließlich an ein lesebegeistertes Publikum wendet. Wie Golem berichtet, muss man einen Ausweis für Berliner Bibliotheken besitzen, um sich Filme und andere Inhalte auf der Plattform anschauen zu können. Dann jedoch ist die Nutzung kostenlos.

Den entsprechenden Bibliotheksausweis erhalten Erwachsene im Rahmen eines jährlichen Beitrages von lediglich zehn Euro, den ermäßigten Ausweis für Studenten & Co gibt’s für fünf Euro. Schüler und Sozialhilfe-Empfänger dürfen sogar kostenlos einen Ausweis beantragen. Für den Dienst verantwortlich zeigt sich übrigens das Potsdamer Unternehmen Filmwerte, das den Streaming-Dienst verwaltet und den Bibliotheken bereitstellt.

Was hat Filmfriend im Angebot?

Mit der doch recht kuriosen Eingrenzung der Nutzerschaft ist Filmfriend eher nicht als direkter Konkurrent von Netflix oder Amazon Video einzustufen. Doch das scheinen die Macher auch gar nicht zu wollen: „Bei der Film- und Serienauswahl unterscheidet sich Filmfriend bewusst von dem, was es bei Netflix und Amazon Prime gibt. Es soll im Idealfall eine Ergänzung zu den Inhalten der beiden kommerziellen Plattformen sein“, schreibt Golem.

Grundsätzlich liegt der inhaltliche Fokus von Filmfriend bei Filmen und Serien aus Deutschland sowie dem europäischen Raum. Auch kinder- und jugendgerechte Inhalte zählen zu den Schwerpunkten. Während das Sortiment aktuell knapp 1.000 Filme und Serien umfasst, sollen bis Ende 2017 rund 1.400 Titel verfügbar sein. Dabei ist das System – anders als bei Amazon oder Netflix – nicht rotierend angelegt, obwohl natürlich auch hier mit Blick auf Lizenzrechte immer mal wieder einzelne Titel aus dem Sortiment genommen werden können.

Andreas Vogel, Geschäftsführer von Filmwerte, kommentierte gegenüber Golem, dass ein Großteil der Inhalte in Full-HD-Auflösung angeschaut werden kann. Lediglich jene Filme, die beispielsweise gar nicht in höherer Qualität vorliegen, müssen mit normaler SD-Qualität auskommen.

 

Screenshot des Streaming-Portals Filmfriend
Screenshot Filmfriend © filmwerte GmbH

Filmfriend soll bald mehr Nutzer erreichen

Auch was das unterschiedliche Alter der Nutzer angeht, haben sich die Macher von Filmfriend etwas ausgedacht: Das Alter, das im Rahmen des Bibliotheksausweises hinterlegt ist, wird auf der Streaming-Plattform berücksichtigt, sodass User nur altersgerechte Inhalte mit entsprechender FSK-Einstufung beziehen können.

Um künftig noch mehr Nutzer erreichen zu können, stehe Filmwerte in Gesprächen bzw. Verhandlungen mit anderen Bibliotheken. Es lässt sich also vermuten, dass auch Leseratten aus anderen Regionen bald schon die Inhalte von Filmfriend genießen können. Wann genau dies der Fall sein wird, ist allerdings nicht bekannt.

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