Offline: Wie Google in Japan das Internet zusammenbrechen ließ

Veröffentlicht: 29.08.2017 | Geschrieben von: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 30.08.2017

Viele japanische Internetnutzer dürften sich am Wochenende wohl gefragt haben, was los ist, als im Internet nichts mehr ging. Denn tatsächlich kam es zu einem mehrminütigen Ausfall des Internets in dem Inselstaat. Verursacher des Ausfalls war niemand anderes als Google selbst.

Woops! No Internet.
© Kaleo – shutterstock.com

Es klingt ein bisschen wie ein Aprilscherz, doch es ist keiner. Am vergangenen Wochenende war in Teilen von Japan das Internet kaputt. Theoretisch darf das eigentlich nicht passieren, da, so berichtet der GoogleWatchblog, selbst der Ausfall von einigen Teilen der Infrastruktur niemals zum Zusammenbruch des gesamten Internets führt. So viel zur Theorie. Die Praxis sieht anders aus.

Kleiner Konfigurationsfehler mit großer Wirkung

Denn tatsächlich erlebte ein großer Teil der japanischen Internetnutzer einen umfassenden Ausfall. Schuld daran war niemand anderes als Google selbst. Möglich wurde das, aufgrund der Funktionsweise von Google. Der Suchmaschinen-Gigant, der zu einem der größten Traffic-Erzeuger überhaupt gehört, betreibt ein eigenes Content Delivery Network (CDN), um Inhalte für seine Nutzer schneller verfügbar zu machen und direkt zu verteilen. Damit greift Google nach Angaben des GoogleWatchblogs tiefer in die Struktur des Internets ein und damit auch in die Welt der Internet Service Provider (ISPs).

Und genau hier soll der Fehler aufgetreten sein. Wird der Traffic normalerweise direkt zu den richtigen Servern weitergeleitet, lief aufgrund eines Konfigurationsfehlers der gesamte Internet-Traffic über Googles Server. Dort wurde dieser jedoch natürlich nicht weiterverarbeitet und verpuffte als Endergebnis. Das führte am Ende dazu, dass quasi das Internet auf der Insel „zusammengebrochen“ ist. Natürlich war der Ausfall nicht von langer Dauer – innerhalb von acht Minuten konnten die Google-Techniker den schnell aufgefallenen Fehler beheben. Das schnelle Bemerken des Fehlers kommt auch nicht von ungefähr, denn schließlich dürfte es sehr auffällig sein, wenn der „gesamte Traffic eines 126 Millionen Einwohner-Landes plötzlich über die eigene Infrastruktur läuft“. Doch auch nach der zeitnahen Behebung waren die Auswirkungen noch mehrere Stunden spürbar.

Was genau passierte und so zum umfangreichen Ausfall des Internets führte, kann hier in einer detaillierten Erklärung nachgelesen werden. 

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