Stiftung Warentest sieht vernetztes Spielzeug sehr kritisch

Veröffentlicht: 29.08.2017 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 29.08.2017

Die Digitalisierung hält Einzug – und zwar nicht nur an den Arbeitsplätzen und in den Wohnzimmern der Konsumenten, sondern auch in den Kinderzimmern. Dass diese Digitalisierung von Spielzeugen auch gefährlich sein kann, hat die Stiftung Warentest in einem aktuellen Urteil deutlich herausgestellt.

Spielzeug: Kind spielt mit Roboter-Hund
© goodmoments – shutterstock.com, Ausschnitt

Vor wenigen Jahren waren Teddybären oder Barbies einfach nur leblose Spielzeuge, denen man mit eigener Fantasie Leben einhauchen musste. Heutzutage stecken in vielen dieser Produkte ausgefeilte Mikrochips und Technologien, die es den Kindern ermöglichen, mit den Spielzeugen zu sprechen, diese mittels App zu bedienen oder sie sogar fernzusteuern. Die digitalen Spielzeuge sollen eine neue Art von Spaßfaktor in die Kinderzimmer bringen.

Nichtsdestoweniger hat die Stiftung Warentest nun ganz konkret auf die Gefahren solcher vernetzter Spielzeuge hingewiesen. Nach Angaben von Futurezone hat die Organisation verschiedene internetfähige Spielwaren getestet und dabei festgestellt, dass sich einige als „Spione“ entpuppen. „Die Tester stuften drei der sieben geprüften Spielzeuge als sehr kritisch und alle anderen als kritisch ein“, schreibt das Portal mit Blick auf die aktuelle Ausgabe des Test-Magazins.

Fremde können sich in Spielzeuge einklinken

Dieses Urteil basiert auf dem Fakt, dass viele der Spielzeuge keine abgesicherten Funkverbindungen aufweisen und dadurch ausspioniert werden können. „Drei der getesteten Spielzeuge benötigten etwa für eine Bluetooth-Verbindung weder ein Passwort noch einen PIN-Code“, fasst Futurezone die Ergebnisse zusammen. Demnach bräuchten Angreifer lediglich ein Smartphone, um sich über dieses Mobilgerät mit dem Spielzeug zu verbinden. Dann wären sie beispielsweise in der Lage, das Kinderzimmer abzuhören oder die Kinder ganz gezielt „auszufragen oder zu bedrohen“.

Neben den unsicheren Funkverbindungen gibt es allerdings noch eine andere Schwachstelle: Bei jenen vier Spielzeugen, die von der Stiftung Warentest als kritisch eingestuft wurden, rückten besonders die zugehörigen Apps in den negativen Fokus: Diese greifen zum Teil auf sensible Daten der Nutzer zu, beispielsweise auf die Geräte-ID des jeweiligen Smartphones. Auch werden die Geräte teils getrackt bzw. Nutzerdaten und Informationen zum mobilen Surfverhalten gesammelt und an Drittfirmen weitergegeben. Auch über Mikros aufgenommene Unterhaltungen können unter Umständen weitergeleitet werden.

Alles in allem scheint in Sachen Sicherheit vernetzter Spielzeuge noch vielerorts Nachholbedarf zu bestehen - weshalb nicht nur die Stiftung Warentest zur Vorsicht und zum bedachten Umgang rät.

 

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