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| Kategorie: Digital Tech

Das neue Videospiel „Star Wars: Battlefront II“ aus dem Hause Electronic Arts (EA) sorgte schon weit vor der Veröffentlichung für rege Diskussionen. Die fielen aber nicht positiv aus: Die Spieler kritisierten das Mikrotransaktionen-System heftig. Nun bekommt die Videospiel-Schmiede die Wut der Spieler zu spüren.

Darth Vader
© Stefano Buttafoco / Shutterstock.com

Viele Fans hatten sich eigentlich lange auf die Neuauflage des Star-Wars-Videospiels „Battlefront II“ gefreut. Doch dann kündigte der Publisher Electronic Arts ein weitreichendes Mikrotransaktionen-System an, durch das die Spieler bestimmte Charaktere des Spiels freischalten können und sogenannte Loot-Boxen erhalten sollten. Die Tatsache, dass die Spieler nach dem Kauf des Spiels nochmal Geld ausgeben sollten, um den vollständigen Inhalt zu erhalten, stieß in der Community auf heftige Reaktionen. Von vielen Seiten wurde ein Boykott des Spiels gefordert – dass EA ankündigte, die Mikrotransaktionen (vorerst) abzuschaffen, witterten viele als Falle. Die Gamer waren sich sicher, dass das Unternehmen die Bezahlinhalte wieder einführen würde, sobald ein wenig Zeit vergangen sei.

Nun bekommt das Unternehmen die Wut der Spieler zu spüren. Als EA Ende Oktober verkündete, dass man im Weihnachtsquartal weniger als erwartet einnehmen würde, begann der Aktienkurs zu fallen. Wie RollingStone berichtet, soll der verhaltene Ausblick des Unternehmens auch durch die Kritik an „Star Wars: Battlefront II“ bedingt sein. Der Aktienkurs des Publishers befindet sich seitdem quasi im freien Fall, der Aktienwert sank von rund 100 Dollar Ende Oktober auf 88,76 Dollar Ende November.

EA Aktienkurs November 2017
Der Aktienkurs von EA fiel im November deutlich (Screenshot: Google)

Sind Mikrotransaktionen Glücksspiel?

Damit sind über drei Milliarden US-Dollar an Börsenwert verpufft. Die Loot-Boxen, in denen sich bestimmte Spieleinhalte verbergen, rufen unterdessen auch die Gesetzgeber auf den Plan. Da nicht ersichtlich ist, welche Inhalte in den Überraschungsboxen stecken, vermuten einige EU-Länder Glücksspiel hinter dieser Form der Mikrotransaktionen. Belgien habe Loot-Boxen so eingeschätzt, China und Japan regulieren Loot-Boxen bereits offiziell als Glücksspiel. Großbritannien betrachtet die Boxen allerdings als weniger bedenklich und in den USA steht eine Entscheidung noch aus.

Dass die kaufbaren Inhalte in Videospielen ein Suchtpotenzial aufweisen, zeigt ein Fall, über den Heise Online berichtet hat. Ein derzeit in Therapie befindlicher 19-jähriger Spieler warnte nun vor den Gefahren, die von Mikrotransaktionen ausgehe. Er selbst habe 13.000 US-Dollar für Bezahlinhalte in Videospielen ausgegeben. „Ich bin 19 und glücksspielsüchtig“, schreibt der Spieler. Während viele Spieler die Mikrotransaktionen kritisieren, weil sie die Geldgier der Unternehmen zum Vorschein bringen, zeigt dieses Beispiel auch, welche Konsequenzen die Bezahl-Inhalte haben können.

EA will an Mikrotransaktionen festhalten

Im Fall von EA steht eine Entscheidung aber immer noch aus. Das Unternehmen hat lediglich angekündigt, Mikrotransaktionen bei „Battlefront II“ zu einem späteren Zeitpunkt wieder einführen zu wollen. Wie diese dann genau aussehen werden, ist nicht bekannt. Dass aber Charaktere im Spiel durch die Transaktionen freigeschaltet werden sollen, stellte der Finanzvorstand des Spiele-Publishers klar. Damit wolle man dem Star-Wars-Kanon treu bleiben – ob die Spieler diese Erklärung akzeptieren, ist aber mehr als fraglich.

Geschrieben von Michael Pohlgeers
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