Teilen Teilen Kommentare Drucken

Digital Tech Newsflash: E3-Highlights – Videospiel-Streaming schlägt Spiele-Ankündigungen | Facebook feilt an nervigen Benachrichtigungen | FDP gegen NetzDG

Veröffentlicht: 11.06.2018 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 11.06.2018

Im Digital Tech Newsflash blicken wir diesmal vor allem auf die Spielemesse E3, kümmern uns aber auch um ausnahmsweise gute Facebook-Nachrichten und eine Klage gegen das Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

E3 Halle
© Entertainment Software Association

E3 2018: Es gibt bald Netflix für Videospiele

Von 12. bis 15. Juni findet in Los Angeles die Videospielmesse E3 statt, die Präsentationen der großen Publisher sind aber bereits weitgehend abgeschlossen. Die Vorstellungen können sich sehen lassen: Bethesda etwa hat nicht nur den heiß ersehnten Skyrim-Nachfolger The Elder Scrolls 6 angekündigt, sondern mit Starfield gleich noch – erstmals nach 25 Jahren – ein komplett neues Spiele-Universum vorgestellt. Außerdem wurde mit Doom Eternal – Hell on Earth ein neues Doom angekündigt. Zudem gab es endlich handfeste Infos zu Cyberpunk 77, FIFA 19 (endlich mit Champions-League-Lizenz!) und Fallout 76. Letzteres wird von den Fans aber nur teilweise wohlwollend aufgenommen, weil es ein Online-Multiplayer-Spiel ist und dem bisherigen Einzelspieler-Fokus den Rücken kehrt. Mit Forza Horizon 4, Devil May Cry 5 und nicht zuletzt Battlefield 5 gehen zudem traditionsreiche Serien in die nächste Runde.

So interessant die Ankündigungen teilweise auch waren, Microsoft und EA haben ihnen die Show gestohlen und zwar nicht mit den vorgestellten Spielen. Denn sowohl Microsoft als auch Electronic Arts haben Einblicke in ihre (Branchenkennern bereits bekannten) Streaming-Angebote gegeben. Bei Origin Access (Premier) von EA geht es dabei nicht um Youtube- oder Twitch-Streams, sondern um eine Videospiel-Flatrate – quasi Netflix für Videospiele. Origin Access von EA läuft bereits eine Weile, wird bislang aber noch nicht so von den Fans angenommen, wie es der Publisher gern hätte. Darum wurde auf der E3 Origin Access Premier vorgestellt. Für 15 Dollar pro Monat oder 100 Dollar pro Jahr bekommt man nicht nur ältere Spiele des Katalogs, sondern – und das wird spannend – auch aktuelle Neuveröffentlichungen und dies sogar fünf Tage vor den regulären Release. Damit dürfte sich erstmals zeigen, wie derartige Flatrate-Angebote bei der Kundschaft ankommen. Bedenkt man, dass neue Spiele zwischen 50 und 60 Euro kosten, bedeutet diese Streaming-Variante eine enorme Geldersparnis. In den Videospielmarkt und vor allem dessen Preisgestaltung könnte dieser Schritt enorme Bewegung bringen.

Microsoft wiederum bringt tatsächlich ein Videospiel-Streaming-Angebot. Spiele können dabei plattformübergreifend über die Cloud des Anbieters gespielt werden, unabhängig davon, wie stark die Hardware im eigenen Computer ist. Entsprechende Angebote gibt es schon seit längerer Zeit, etwa von Nvidia oder von Sony, bislang haben diese aber – je nach Internetverbindung – mit teils hohen Verzögerungen zu kämpfen, was vernünftiges Spielen kaum möglich macht. Microsoft investiert viel in die Technologie, um die Verzögerungen auf ein Minimum zu reduzieren. Man darf gespannt sein, wann das Angebot kommt und vor allem, wie es von der Spielerschaft angenommen wird.

Facebook gegen nervige Benachrichtigung

Facebook will nach Datenskandalen und DSGVO endlich mal wieder positive Nachrichten schreiben, indem es die Nutzung mehr an den User-Interessen orientiert. Konkret geht es um die Nachricht: „Ihr seid jetzt im Messenger befreundet“. Jedes Mal, wenn man einen Bekannten auf Facebook hinzufügt, bekommt man zusätzlich diese relativ sinnbefreite Nachricht. Umgekehrt kann es aber auch nützlich sein, zu wissen, wenn sich ein Freund beim Messenger anmeldet, der dort bislang noch nicht war. Darum will Facebook, TechCrunch zufolge, mithilfe von Machine Learning daran arbeiten, die Zahl dieser Nachrichten zu reduzieren. Das System soll quasi von selbst erkennen, wann eine solche Benachrichtigung sinnvoll ist und wann nicht. Die Idee ist gut und wird hoffentlich künftig auf weitere Benachrichtigungen ausgeweitet.

Zwei FDP-Politiker klagen gegen NetzDG

Wir hatten das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ja fast schon vergessen, doch die FDP-Politiker Manuel Höferlin und Jimmy Schulz bringen es jetzt wieder auf die Tagesordnung. Denn sie wollen gegen das NetzDG klagen. Höferlin nennt es gegenüber der FAZ „Zensur in ihrer schlimmsten Form“. Zusammen mit Schulz hat er am Montag eine vorbeugende Feststellungsklage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Sie wollen mit der Klage erreichen, „dass die Bundesrepublik Deutschland nicht berechtigt ist, das NetzDG gegenüber dem Anbieter des sozialen Netzwerkes Facebook durch Maßnahmen nach Paragraph 4 NetzDG zu vollziehen und dadurch eine Löschung von Inhalten des Klägers durch Facebook zu bewirken.“ Ziel ist, dass die Klage dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zur Prüfung vorgelegt wird, denn Schulz und Höferlin halten das Gesetz zu großen Teilen für verfassungswidrig.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Christoph Pech

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.