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Neue Video-Plattform: Auch ProSiebenSat.1 will gegen Netflix punkten

Veröffentlicht: 26.06.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 26.06.2018

Viele Medienhäuser scheinen sich dem Erfolg von Netflix nicht weiter ergeben zu wollen und planen eigene, neue Streaming-Angebote. Nachdem RTL erst jüngst entsprechende Pläne offenbart hat, zieht nun auch ProSiebenSat.1 nach.

Fernseher und Fernbedienung
© r.classen – shutterstock.com

ProSiebenSat.1 macht gemeinsame Sache mit dem US-Unternehmen Discovery. Ziel der Partnerschaft ist es, ein gemeinsames Online-Videoangebot zu starten, mit dem man gegen mächtige Streaming-Portale wie Netflix oder auch Amazon Video bestehen kann. Die Planung der beiden Medienunternehmen sieht dabei vor, dass die einzelnen Online-Videodienste auf einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt und gebündelt werden.

Auch andere Anbieter sollen sich beteiligen

Doch beim alleinigen Zusammenschluss von ProSiebenSat.1 soll es nicht bleiben: Auch andere Unternehmen und Angebote sollen sich künftig anschließen und ihre Inhalte in das Portal integrieren. „Ich lade hiermit RTL, ARD und ZDF ein, mit uns gemeinsam einen deutschen Champion zu schaffen”, zitiert Reuters Max Conze, Chef von ProSiebenSat.1. Sowohl Axel Springer als auch Constantin Medien seien bereits mit Welt und N24 Doku sowie mit Sport 1 an Bord.

Auch der Starttermin für ein entsprechendes Angebot scheint schon festzustehen: Losgehen soll es in der ersten Jahreshälfte 2019, wobei man innerhalb eines Zwei-Jahres-Zeitfensters bereits zehn Millionen Nutzer generieren möchte, schreibt Reuters. Dies entspricht nach Informationen des Marktforschungsunternehmens Goldmedia in etwa den aktuellen Nutzerzahlen von Netflix.

Die Pläne scheinen in der Branche grundsätzlich gut anzukommen: Nach Bekanntwerden des Vorhabens stieg die ProSiebenSat.1-Aktie laut Reuters vorübergehend ins Plus.

Frühere Pläne sind gescheitert

Mit den neuen Streaming-Plänen steht ProSiebenSat.1 hierzulande im Übrigen nicht allein da. Auch RTL hatte kürzlich angekündigt, die Investitionen im Sektor zu erhöhen, um ebenfalls besser gegen Netflix und Co. bestehen zu können (wir berichteten).

Wie Reuters weiter schreibt, gab es neben den neuen Vorstößen verschiedener Anbieter jedoch auch in der Vergangenheit schon entsprechende Versuche, senderübergreifende Online-Videoplattformen aufzubauen. Diese seien aber am Bundeskartellamt gescheitert. „Wir glauben, dass frühere Hürden für ähnliche Projekte nicht mehr bestehen, weil sich die Marktlage geändert hat“, wird Conze weiter zitiert. Ob es die Vorhaben dieses Mal bis zur Marktreife schaffen, bleibt also abzuwarten.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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