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Digital Tech Newsflash: Windows 95 als App | MIT-Computer sagt Weltuntergang voraus | Kalaschnikow baut Elektroauto | Demo gegen Uploadfilter

Veröffentlicht: 27.08.2018 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 27.08.2018

Im Digital Tech Newsflash überzeugen wir uns heute vom Krampf, der Windows 95 war, und blicken auf den Weltuntergang, den (!) Kalaschnikow und den Protest gegen Uploadfilter.

Windows 95 Screenshot
© Twitter/Felix Rieseberg - Screenshot

Windows 95 ist zurück – als Download

Wissen Sie noch, was Sie am 24. August 1995 gemacht haben? Der eine oder andere dürfte an diesem Tag auf dem PC in das 32-Bit-Zeitalter gestartet sein. Denn am 24. August vor 23 Jahren veröffentlichte Microsoft Windows 95. Fast jeder hiesige Computer-Nutzer, der noch zu Zeiten des Kalten Krieges geboren wurde, hat das Betriebssystem noch erlebt, dessen Support Ende 2001 eingestellt wurde, und verbindet nostalgische Erinnerungen mit der für damalige Verhältnisse wegweisend praktischen Oberfläche. Und die kann man jetzt wieder ausprobieren, einfacher als je zuvor. Der deutsche Entwickler Felix Rieseberg hat ein Programm entwickelt, mit dem man Windows 95 auf Windows-, Apple und Linux-Computern installieren kann, wie u. a. SpOn meldet. Da kann man dann eine Runde Solitaire oder Minesweeper spielen, in Paint rummalen und sogar alte Programme von Disketten starten. In der Praxis bringt das Programm wenig, aber als Ausflug in alte Zeiten oder als Lehrobjekt, wie man vor über 20 Jahren PCs nutzte, ist das schlicht Windows 95 betitelte Programm hervorragend. Allein, um sich davon zu überzeugen, wie viel besser wir es heute haben.

MIT-Computer: 2040 geht die Welt unter

Vor 45 Jahren sagte das Programm „World One“ für das Jahr 2040 das Ende unserer Zivilisation voraus. Entwickelt wurde das Programm von Forschern am MIT 1973 zur Modellierung von globaler Nachhaltigkeit, prognostizierte stattdessen aber das Ende der Welt. Das muss man natürlich nicht für voll nehmen, das Problem ist nur: Die Prognosen, die der Computer in den 70er Jahren stellte, treten bisher sehr genau und sehr oft ein. Laut Futurezone sollte World One das Verständnis für globale Herausforderungen fördern und Lösungen vorschlagen, das vom Programm erstellte Modell entstand am Ende aber „in einer Form, mit der die Wissenschaftler nicht gerechnet hatten.“ Dem globalen Kollaps 2040 gehe ein abrupter Absturz der Lebensqualität im Jahr 2020 voraus – also in zwei Jahren. Bevölkerungswachstum, Luftverschmutzung und Ressourcen-Ausbeutung, wie wir es aktuell erleben, belegen die Voraussage von World One. Aluhüte und Verschwörungstheorien einmal beiseite: Ein Algorithmus sagte schon in den 70er-Jahren relativ genau die Entwicklung voraus, die wir gerade erleben.

Kalaschnikow baut elektrisches „Superauto“

Erneuerbare Energien statt Pistolen! Gut, an der Parole kann man noch arbeiten, aber der russische Rüstungskonzern Kalaschnikow, den die meisten wohl als Hersteller des Sturmgewehrs AK-47 kennen, will offenbar genau das: Wie Golem berichtet, arbeitet Kalaschnikow am CV-1, angekündigt als „elektrisches Superauto“. Und zwar im kuriosen Retro-Look (siehe Bild). Das Fahrzeug soll eine Reichweite von 350 Kilometern schaffen und über die stattliche Leistung von 295 PS verfügen – in sechs Sekunden von Null auf 100. Kalaschnikow habe einen „revolutionären Wechselrichter“ entwickelt, der Leistungen von bis zu 1.200 Kilowatt regeln können soll und 50 mal 50 mal 100 Zentimeter groß ist. Bei anderen Elektroautos ist die Leistungselektronik normalerweise deutlich kleiner. Kalaschnikow will nichts weniger als der weltweit führende Hersteller für Elektroautos werden und richtet damit eine klare Kampfansage an Tesla.

Kalaschnikow CV1-Prototyp
© kalashnikov.media

Berlin: Demo gegen Uploadfilter

Am Sonntag haben in Berlin am Brandenburger Tor rund 200 Menschen für eine zeitgemäße Urheberrechtsreform in der EU demonstriert. Der Gesetzesentwurf, der vom EU-Parlament vorerst ausgebremst wurde, drohe, „das Internet in seiner großen Vielfalt zu zerstören“, sagte Julia Reda, EU-Abgeordnete der Piraten, laut Heise auf der Kundgebung. Vor allem die Uploadfilter wurden einmal mehr thematisiert, die das Löschen Algorithmen überlassen, die zwischen Parodie, Satire oder tatsächlich illegalen Inhalten nicht unterscheiden könnten. Uploadfilter, wie sie aktuell geplant sind, seien „ein massiver Eingriff in ein freies und offenes Internet“, sagte Ann Cathrin Riedel, Vorsitzende des netzpolitischen Vereins Load. Die Kundgebung war Teil eines europaweiten Aktionstages gegen das geplante EU-„Zensururheberrecht“.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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