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App per Kopfbewegung steuern: Ebay stellt sein Open-Source-Projekt vor

Veröffentlicht: 12.09.2018 | Autor: Theresa Strohbach | Letzte Aktualisierung: 12.09.2018

Ebay hat eine Demo-App veröffentlicht, die eine Lösung für Nutzer mit motorischen Störungen sein könnte. Damit können User Apps per Kopfbewegung steuern.

Gesichtserkennung von einer Frau
© Mihai Surdu / Shutterstock.com

Die App trägt den Namen Headswipe und kann auf dem iPhone X verwendet werden. Dabei müssen Nutzer die App nicht mit dem Finger steuern, sondern können diese ganz leicht mit Kopfbewegungen bedienen. Die Demo-App könnte Benutzern mit motorischen Einschränkungen das Online-Shopping erleichtern. Die Technik selbst ist im Rahmen eines Praktikums entstanden. So hatte Muratcan Cicek die Demo-App als eine Projektarbeit innerhalb seiner Praktikumszeit bei Ebay verwirklicht.

Mittlerweile ist die Open-Source-Library auf Github zum Download bereitgestellt. Damit können Entwickler die Anwendung in eigene iPhone-Apps integrieren.

iPhone X erkennt Kopfbewegungen und Mimik

Wie Muratcan Cicek erläutert, wurde mit einem “virtual stylus” gearbeitet, der den Bewegungen des Kopfes (nach oben, nach unten, von einer Seite zur anderen) folgt. Mithilfe der TrueDepth-Kamera des iPhone X und dem Apple Framework ARKit ist eine dreidimensionale Erfassung des Gesichtes durchgeführt worden. Der User kann demnach, ähnlich wie eine Maus den Cursor auf einem Desktop navigiert, mit seinem Kopf auf eine beliebige Stelle auf dem Bildschirm zeigen und somit bestimmte Schaltflächen aktivieren. So werde es in der App auch möglich sein, zu scrollen, zwischen unterschiedlichen Seiten zu wechseln oder eben auch ein Produkt zu kaufen.

 

Die von den Entwicklern als HeadGaze bezeichnete Technik ist jedoch nicht nur für Benutzer mit motorischen Störungen interessant. Auch in Fällen, bei denen der User den Touchscreen nicht berühren möchte oder kann, wie beispielsweise während des Kochens, könnte die Anwendung nützlich sein. Cicek zufolge könnten auch Rezept-Apps per Kopfbewegung bedient werden. 

Dennoch ist Apples Framework ARKit, welches die App erst ermöglicht hat, nicht ganz unbedenklich. Wie Heise schreibt, erlaube ARKit in Verbindung mit der Frontkamera des iPhone X auch eine detaillierte Erfassung von Gesichtsausdrücken – und das in Echtzeit. Dabei haben bereits im Vorjahr Datenschützer kritisiert, dass sich die Technik durch Werbefirmen manipulieren lasse. Jedoch sei bisher noch kein Fall nachgewiesen worden.

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