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Hassbotschaften und Datenmissbrauch: Web-Erfinder Tim Berners-Lees Enttäuschung über das heutige Internet

Veröffentlicht: 02.11.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 02.11.2018 | Gelesen: 1718 mal

Für den Erfinder des Word Wide Web, Tim Berners-Lee, ist der aktuelle Zustand des Internets eine Enttäuschung. Geprägt von Hassbotschaften und Datenmissbrauch sieht er vor allem auch in der Dominanz einzelner Konzerne eine Gefahr.

Tim Berners-Lee
© drserg / shutterstock.com

Als der britische Physiker und Informatiker Tim Berners-Lee im Jahr 1989 das World Wide Web, damals noch unter dem Namen „Mesh“, erfand, konnte er nicht ahnen, wie sich seine Erfindung in den kommenden 30 Jahren entwickeln würde. Für den 63-Jährigen ist der aktuelle Zustand des Internets allerdings alles andere als erfreulich. „Ich bin enttäuscht über den aktuellen Zustand des Webs“, wird er bei Reuters zitiert. Besonders problematisch sieht er den stetigen Datenmissbrauch und die vielen Hassbotschaften, welche über die sozialen Netzwerke verbreitet werden.

„Wenn man einen Tropfen Liebe in Twitter steckt, scheint er sich zu zersetzen, aber wenn man einen Tropfen Hass hineinlegt, fühlt man, dass er sich tatsächlich viel stärker verbreitet. Und ich frage mich: ‚Liegt das an der Art und Weise, wie Twitter als Medium aufgebaut wurde?‘“, erläutert der Brite die Misere der sozialen Kanäle.

Gehören große Tech-Giganten zerschlagen?

Auch die Dominanz der großen Internet-Giganten wie Amazon, Google und Co. sieht der Informatiker äußerst kritisch. Besonders der Datenskandal rund um Facebook und Cambridge Analytica ist in den Augen des 63-Jährigen ein Wendepunkt gewesen. „Wir haben das Gefühl der individuellen Mitwirkungsmöglichkeit verloren und bis zu einem gewissen Grad ist auch der Optimismus gebrochen“, so Tim Berners-Lee.

Um dem entgegenzuwirken, zieht er sogar die Zerschlagung der großen Konzerne in Betracht, warnt aber auch, hier zu voreilig zu agieren. „Bevor wir sie zerschlagen, sollten wir sehen, ob sie nicht nur durch einen kleinen Anbieter gestört werden könnten, der sie aus dem Markt drängt, sondern auch durch Marktveränderungen, durch eine Verschiebung von Interessen“, stellt der Web-Erfinder als Alternative in Aussicht.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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