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KPMG-Studie

Deutsche Wirtschaft unterschätzt Computerkriminalität

Veröffentlicht: 11.07.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 11.07.2019
Programmierer am Laptop

„Mich wird es schon nicht treffen?“ Das denken sich offenbar viele Unternehmen in Deutschland, wenn es um Computerkriminalität geht. Die Unternehmensberatung KPMG befragte für die Studie „e-Crime in der deutschen Wirtschaft“ 1001 Unternehmen zum Thema Computerkriminalität. 39 Prozent gaben dabei an, dass sie schon einmal Opfer von Hacker-Angriffen und Ähnlichem geworden sind. Viele gehen der KPMG zufolge aber trotzdem davon aus, dass das Risiko für andere höher sei als für das eigene Unternehmen. Diese Prämisse ist allerdings leichtfertig. „Nicht nur Branchenriesen, sondern auch Mittelständler aus der Kleinstadt stellen ein lukratives Angriffsziel dar“, warnt Michael Sauermann, KPMG-Experte für Computersicherheit, laut Channelpartner.

Vor allem Ransomware, also Schadprogramme wie WannaCry und NotPetya, mit denen Angreifer die Daten von Unternehmen verschlüsseln und die Daten erst gegen Lösegeld wieder freigeben, seien ein wachsendes Problem. Laut KPMG habe bereits ein knappes Drittel der befragten Unternehmen Schäden durch Erpressungstrojaner erlitten. Bei großen Unternehmen haben solche Angriffe in den vergangenen Jahren zudem zugenommen. Unklar ist häufig, woher die Angriffe kommen: 85 Prozent der betroffenen Unternehmen konnten die Täter nicht zuordnen.

Bessere Prävention notwendig

Nur 28 Prozent der betroffenen Unternehmen geben an, dass sie Angriffe erfolgreich abwehren konnten. Dieser Wert könnte höher liegen, wenn die Unternehmen mehr in die Prävention investieren würden. Häufig blieben Angriffe unentdeckt und die Täter unerkannt. Viele Fälle von Computerkriminalität würden eher zufällig entdeckt. Passenderweise geben 90 Prozent der Befragten an, dass sie Unachtsamkeit als einen Faktor betrachten, der die E-Kriminalität besonders begünstigt. Aber auch eine mangelnde Sicherheitskultur und unzureichend geschultes Personal sind wichtige Faktoren.

Die KPMG rät daher dazu, verstärkt auf eine Professionalisierung der Bekämpfung von E-Kriminalität zu setzen. Unternehmen könnten dazu etwa spezialisierte Einheiten wie Security Operations Center (SOC) oder Computer Emergency Response Teams (CERT) einrichten. Etwa ein Viertel der befragten Unternehmen schließt immerhin mittlerweile Cyber-Versicherungen ab, weitere 28 Prozent erwägen, dies in der Zukunft zu tun.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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