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Leichtes Spiel für die Polizei

Jede Minute seines Lebens auf Instagram zeigen? Nicht in jedem Fall eine gute Idee

Veröffentlicht: 30.08.2019 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 30.08.2019
Leerer Einkaufwagen im Gang in einem Supermarkt

Ein kluger Mensch sagte einmal, man solle nicht an dem Ast sägen, auf dem man sitzt. An diese einfache Weisheit hätten sich zwei Teenager aus München mal besser gehalten. Die 16- und die 18-Jährige haben sich laut der LVZ am Mittwochabend in einem Kaufland hinter den Klopapierrollen versteckt und sich nach Ende der Geschäftszeit einschließen lassen. Was sie allerdings nicht wussten: Solche Sachen sollten in Heimlichkeit (alias „der Ast”) geschehen.

Live-Übertragung aus dem Kaufland auf Instagram

Auf Instagram konnten Zuschauer live verfolgen, wie die beiden Teenager durch die verlassenen Regale des Münchner Supermarktes streifen und dabei erzählen, wie sie es geschafft haben, unbemerkt eingeschlossen worden zu sein. Dabei bedienten sie sich an den Lebensmitteln. Über eine Stunde lang wurde der Ausflug übertragen und dabei von Nutzern kommentiert. 

Geendet hat das ganze schließlich in einem Polizeieinsatz: Gegen 22:30 Uhr erhielt die Polizei der TZ zufolge die Mitteilung über die beiden jungen Frauen. Daraufhin wurde der Markt umstellt und die beiden Instagrammerinnen festgenommen. 

Alles für mehr Klicks?

Ein Sprecher der Polizei schloss nicht aus, dass die Aktion vor allem dazu dienen sollte, mehr Abonnenten zu gewinnen. Die beiden müssen sich jetzt jedenfalls mit einem Ermittlungsverfahren wegen Diebstahl und Hausfriedensbruch auseinander setzen. Außerdem werde derzeit geprüft, ob die Kosten des Einsatzes auf die Verdächtigen umgewälzt werden können. 

How to sell drugs online and get caught by the police (fast)?

Diese beiden sind aber nicht die einzigen, die über die sozialen Medien für einen Polizeieinsatz gesorgt haben: Erst im Juli postete die Berliner Polizei munter bei Facebook über eine Drogenhändlerin, die ebenfalls via Instagram in einem Live-Video Rauschmittel zum Kauf angeboten hat (wir berichteten).

Über den Autor

Sandra May Experte für IT- und Strafrecht

Sandra schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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Kommentare  

#1 Franz 2019-08-30 08:06
Es wird geprüft? Zu 1000% sollen diese dafür einen Denkzettel verpasst bekommen.
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