Teilen Teilen Kommentare Drucken
Kritik an Projekt

USA will Software gegen Fake News entwickeln

Veröffentlicht: 04.09.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 04.09.2019

Gerade in Zeiten des politischen Wahlkampfes, wie er hierzulande gerade stattfand, ist das Problem von Fake News besonders verheerend. In Deutschland sind Fake News auch das größte Problem im Web, finden Top-Entscheider aus Politik und Wirtschaft laut einer aktuellen Umfrage. Die US-Regierung will jetzt entschiedener gegen Fake News vorgehen und dazu eine eigene Software entwickeln, wie t3n berichtet.

So funktioniert die Anti-Fake-News-Software

Demnach hat das US-Verteidigungsministerium die ihr angeschlossene Behörde DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) beauftragt, ein System zu bauen, um gefälschte von echten Informationen in den Nachrichten zu unterscheiden. Für die Software nutzt die Behörde maschinelles Lernen bzw. Deep Learning. Dabei wird ein Algorithmus zum Beispiel mittels Datensätzen trainiert, bestimmte Informationen zu erfassen und kann nach zigtausendfachem Wiederholen dann neue Szenarien im Idealfall selbst richtig erkennen. Je mehr einzelne Informationen dafür notwendig sind und je mehr Details dafür verknüpft werden müssen, desto „tiefer“ muss der Algorithmus vordringen – daher der Begriff Deep Learning. Die DARPA will für das Training ihrer Software rund 500.000 Geschichten, Fotos, Videos und Audio-Inhalte anwenden.

Darum sind Experten skeptisch

Bis ein solches System zum Einsatz kommen könnte, dürfte es allerdings bis zu vier Jahre dauern – genau das sieht t3n auch als ein Hauptproblem des ambitionierten Forschungsprojektes: Die Technik für Fake News entwickle sich „in einem Tempo, das es der DARPA schwer machen wird, bei einem projektierten Testverlauf von vier Jahren mit dem Fortschritt mitzuhalten“. Auch Experten in den USA sind eher kritisch: Die Kommunikations-Professorin Jennifer Grygiel von der Syracuse University glaubt nicht an den Erfolg. Stattdessen solle die US-Regierung der Bevölkerung mehr Medienkompetenz vermitteln und Unternehmen, die Fake News verbreiten, stärker bestrafen.

Auch Unternehmen wie Facebook versuchen, den zunehmenden Fake News Herr zu werden: Im Firmensitz kämpfen in einem sogenannten „War Room“ allein 20 Mitarbeiter gegen das Problem. Sie analysieren in Echtzeit Daten und Statistiken über potenzielle Falschmeldungen und leiten dann Maßnahmen ein.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Markus Gärtner

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.