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Digital Tech Newsflash

90.000 Fan-Seiten in sozialen Netzwerken nutzten gekaufte Likes

Veröffentlicht: 20.12.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 20.12.2019
Facebook-Likes

Gekaufte Likes bei Facebook, Instagram oder YouTube sind offenbar ein größeres Problem als bislang angenommen. Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung haben knapp 90.000 Fanseiten in sozialen Netzwerken von bezahlten „Gefällt-mir“-Angaben profitiert. Darunter solche von Politikern, Parteien, Unternehmen und Prominenten. Die politische Zugehörigkeiten ist dabei egal, Politiker aller Parteien im Bundestag sollen profitiert haben, mal mehr (FDP 17 mal, AfD 12 mal), mal weniger (Linke und Grüne jeweils dreimal). Aus dem untersuchten Datensatz geht nicht hervor, in welchem Umfang Likes gekauft wurden und ob es die Seiteninhaber selbst oder Dritte getan haben.

Die Bundesgeschäftsstellen der Partien gaben an, dass sie gekaufte Likes ablehnen. Orts- und Kreisverbände könnten sich die gekauften Likes angeblich nicht erklären. 

In der Mehrheit seien von gekauften Likes mittelständische Unternehmen betroffen: Fastfood-Ketten, eine Autohaus-Gruppe oder ein Singlebörsen-Vergleich. Auch Influencer nutzen die Methode häufig. Auf Anfrage könne man sich dies in den meisten Fällen nicht erklären, nur wenige würden Manipulation einräumen. Das Unternehmen Paidlikes, das sich – wie der Name vermuten lässt – für Klicks und Gefällt-mir-Angaben bezahlen lässt, äußert, dass es seinen Clickworkern ab und an auch Seiten zum Interagieren vorschlage, ohne, dass die Inhaber davon wüssten. Das Unternehmen widerspricht Manipulationsvorwürfen. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum konnten Daten von Paidlikes offenbar auslesen, weil die Webseite nachlässig programmiert war. Facebook hat auf die Recherchen reagiert und Paidlikes vorerst die technische Möglichkeiten genommen, das Geschäftsmodell weiter zu betreiben.

Netzabdeckung wächst, nur auf dem Land nicht

Eine Verivox-Studie zeigt, dass die Internetanschlüsse in Deutschland schneller werden. Insgesamt habe sich die Geschwindigkeit in den vergangenen drei Jahren verdoppelt, so Spiegel Online. Allerdings steigt auch das Gefälle zwischen Städten und dem Land und zwischen West- und Ostdeutschland. Gleichzeitig würden die Anschlüsse auf dem Land aber teurer. In Großstädten betragen die Geschwindigkeiten vielerorts mittlerweile weit über 100 Mbit/s. In Sachsen sind es in Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern im Schnitt gerade einmal 65 Mbit/s.

Bundestrojaner für Zollfahnder

Mit einem neuen Gesetzesentwurf zur Neustrukturierung des Zollfahndungsdienstes weitet die Bundesregierung die Befugnisse des Zollkriminalamts und der Zollfahndungsämter aus. Im Zuge der Überwachung der Telekommunikation dürfen die Zollfahnder nun auch den umstrittenen Bundestrojaner benutzen, so Heise. Schon in Verdachtsfällen, etwa im Kampf gegen den Terrorismus, dürfen die Zollfahnder nun heimlich „dem Brief- oder Postgeheimnis unterliegende Sendungen öffnen und einsehen sowie die dem Fernmeldegeheimnis unterliegende Telekommunikation überwachen und aufzeichnen", heißt es.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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