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Vermieter räumt auf

Drogendealer verliert Codes für Bitcoin im Wert von 54 Millionen Euro

Veröffentlicht: 25.02.2020 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 25.02.2020
Facepalm

Klassischer Fall von „Pech gehabt“ bzw. von „Pass bloß auf deine Passwörter auf“. Der 49-jährige Clifton Collins aus Irland kaufte sich in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt 6.000 Bitcoins. Damals war die Kryptowährung nur wenige Euro wert. Ihr heutiger Wert beläuft sich auf ungefähr 54 Millionen Euro. Collins hat allerdings ein Problem: Er sitzt im Gefängnis. Das Geld für die Bitcoins sammelte er über den Anbau und den Verkauf von Cannabis.

2017 wurde Collins verhaftet und zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Bitcoin-Codes sammelte er auf einem ausgedruckten Blatt Papier, das er mit einer Angelrute versteckte. Im Zuge seiner Verhaftung hatte Collins allerdings keine Zeit mehr, den Zettel bzw. die Angel sicher zu verwahren. Sein Vermieter räumte nach einer Weile die Wohnung und entsorgte viele seiner Ansicht nach wertlose Habseligkeiten des Verurteilten – darunter auch die Codes für die wertvollen Bitcoins, wie die Irish Times berichtet. Zudem habe es einen Einbruch in die Wohnung gegeben. Arbeiter der Mülldeponie, an die der Wohnungseigentümer die zu entsorgenden Güter schickte, gaben aber an, sie könnten sich an die Angelausrüstung erinnern – gefunden wurde sie aber nie, da der Müll der Deponie nach China und Deutschland geschickt wird, um dort verbrannt zu werden.

Keiner kommt an die Millionen

Das Problem ist nun: Niemand kommt an die knapp 54 Millionen Euro, die die Bitcoins heutzutage wert sind, da die Keys verschollen sind. Insgesamt seien es zwölf betroffene Accounts, da Collins seine Coins aus Angst vor einem Hackerangriff aufteilte. Das Criminal Assets Bureau (Cab) – die Behörde ist auf Finanzdelikte spezialisiert – konfiszierte die Accounts, kann aufgrund der fehlenden Codes aber nicht auf diese zugreifen. Man könne nun höchstens hoffen, dass man eines Tages auf das Geld zugreifen kann, sofern Technologie-Fortschritte dies irgendwann möglich machen. Bis dahin liegt das Geld gut gesichert in den Accounts, auf die niemand zugreifen kann. Für das Cab besonders bitter: Es ist der bislang größte Fall in der 25-jährigen Geschichte der Behörde.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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