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Ransomware-Studie von Veritas

Online-Erpressung: So viel Lösegeld sollten Unternehmen für Nutzerdaten zahlen

Veröffentlicht: 10.06.2020 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 22.06.2020
Ransomware

Der US-amerikanische Software-Hersteller Veritas hat in einer internationalen Studie den Umgang mit sogenannten Ransomware-Attacken untersucht. Damit wird eine Erpressung bezeichnet, bei der sich Hacker über den Computer Zugriff auf Daten von Unternehmen oder Privatpersonen verschaffen, diese für den eigentlichen Besitzer sperren und dann ein Lösegeld (engl. „ransom“) für die Freigabe verlangen.

Für Finanzdaten würden Firmen am meisten Lösegeld zahlen

Ein Aspekt der Studie bezieht sich darauf, wie viel Lösegeld die Unternehmen für den Wiedererhalt der Daten ihrer Nutzer aus deren Sicht locker machen sollten. Im Schnitt verlangen die Nutzer, dass die erpresste Firmen 1.070 Euro zahlen sollten. Die Summe hängt jedoch von der Art der gehackten Daten ab – hier eine Übersicht, wie viel Geld die Firmen für den jeweiligen Bereich der Nutzerdaten zahlen sollten:

  1. Persönliche Finanzen: 1.547 Euro

  2. Daten der Kinder: 1.456 Euro

  3. Behörden-Daten: 1.367 Euro

  4. Medizinische Daten: 1.233 Euro

  5. Persönliche Cloud-Daten: 1.225 Euro

  6. Passwörter: 1.034 Euro

  7. E-Mails: 974 Euro

  8. Kundendaten: 879 Euro

  9. Social-Media-Daten / Personenbezogene Informationen: 812 Euro

  10. Daten aus Dating- und Nachrichten-Portalen:  800 Euro

  11. Playlists und Video-Streaming-Information: 698 Euro

Beim Umgang von Unternehmen mit möglichen Online-Erpressern trat bei den deutschen Befragten eine Art Paradoxon auf. Einerseits forderten 64 Prozent der Befragten, dass Firmen bei einer solchen Erpressung kein Geld an die Hacker zahlen sollten, solange ihre Daten nur verloren wären und nicht für kriminelle Machenschaften genutzt würden. Andererseits würden 58 Prozent der befragten Deutschen aber von dem jeweiligen Unternehmen, das ihre Daten nicht ausreichend geschützt hat, persönlich entschädigt werden wollen, falls sie ihre gesperrten Informationen nicht wiederbekommen.

Nutzer erwarten von Firmen Schutzsoftware und Sicherungskopien

„Wir als Kunden wollen, dass Unternehmen einem solchen Dilemma entkommen, indem sie eine solche Situation von vorneherein vermeiden. Verbraucher erwarten von den Unternehmen, dass sie über die Technologie verfügen, um ihre Daten ohne Verhandlungen wiederherstellen zu können“, sagte Simon Jelley, Vizepräsident für Produktmanagement bei Veritas Technologies. Kunden erwarten zur Sicherung ihrer Daten vor allem Schutzsoftware und Sicherungskopien, so das Ergebnis der Umfrage.

Veritas hatte für die Untersuchung weltweit 12.000 Verbraucher, davon 2.000 aus Deutschland, zu ihrer Haltung zu Ransomware-Attacken befragt. Einige Ergebnisse sind in einer Infografik zusammengefasst. 

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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