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Digital Tech Newsflash

Seehofer zu NSU 2.0: Biometrische Schutzmaßnahmen für Polizeidatenbanken

Veröffentlicht: 27.07.2020 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 27.07.2020
Horst Seehofer

In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Drohmails des sogenannten „NSU 2.0“ zugenommen, entsprechende Nachrichten werden aber bereits seit zwei Jahren verschickt. Zuvor wurden über einige Betroffene Personendaten von Polizeicomputern abgerufen. Recherchen der Welt am Sonntag zufolge wurden seit 2018 mehr als 400 Verfahren gegen Beamte eingeleitet, die unberechtigt Daten abgefragt haben sollen.

Den illegalen Datenabfragen will Bundesinnenminister Horst Seehofer nun mit technischen Sicherungsmaßnahmen entgegenwirken. „Ich werde prüfen, ob der Zugriff auf Polizeidatenbanken mit biometrischen Merkmalen besseren Schutz ermöglicht. Datenzugriffe sind eine sehr sensible Angelegenheit und sollten deshalb mit den höchsten Standards geschützt sein“, wird Seehofer von der Zeit zitiert.

Die Kontrollmechanismen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, oft werde nur stichprobenartig kontrolliert. Oppositionspolitiker von FDP und Linken fordert jetzt bundesweit einheitliche Kontrollverfahren. „Die Innenminister von Bund und Ländern müssen sicherstellen, dass unbefugte Datenabfragen sofort gestoppt werden“, so Konstantin Kuhle von der FDP. Dass die Aufklärung unberechtigter Datenabfragen oft Jahre dauere, trage zur „Entfremdung von Sicherheitsbehörden und Bevölkerung“ bei. „Wer als Polizist Daten abfragt und diese für Straftaten wie Morddrohungen zur Verfügung stellt, ist selbst ein Fall für die Staatsanwaltschaft und muss sofort entlassen werden“, fordert außerdem der stellvertretende Linken-Fraktionschef André Hahn.

Corona-Warn-App: Probleme behoben, Regierung wirbt um Nutzung

In der vergangenen Woche waren Probleme mit der Corona-Warn-App bekannt geworden. Sowohl auf iPhones als auch auf einigen Android-Smartphones fand die wichtige Kontaktüberprüfung über Tage und Wochen nicht statt, weil die Hintergrundaktualisierung nur eingeschränkt oder gar nicht funktionierte. Das hatten Recherchen der Tagesschau ergeben. Nach Angaben von SAP und Telekom sei das Problem nun behoben. In einer gemeinsamen Erklärung werben Bundesregierung, SAP und Telekom nun nochmals für die Anwendung der App, die in Deutschland mittlerweile etwa 16 Millionen Mal heruntergeladen wurde.

Systemausfall bei Garmin: Ransomware-Angriff vermutet

Eine Ransomware-Attacke hat offenbar die Server des Wearable-Anbieters Garmin lahmgelegt. Am Donnerstag hatte das Unternehmen die Probleme via Twitter mitgeteilt. Die Webseite des Unternehmens ist zwar aktuell erreichbar, gibt aber nach wie vor den Hinweis aus, dass man immer noch mit Ausfällen auf der Webseite, bei Garmin Connect und auch auch im Kundenservice zu kämpfen habe. Ransomware als Ursache wird von Garmin selbst bislang nicht bestätigt, Beobachter gehen aber von einem Angriff aus, so T3n. Es handle sich womöglich um die Ransomware Wastedlocker, mit der Kriminelle vor allem große Unternehmen ins Visier nehmen.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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