Studie

Fast jede zweite Webseite in Deutschland ist unsicher

Veröffentlicht: 19.08.2020 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 19.08.2020
Hand am Tablet mit Sicherheitsschloss

Normalerweise muss jede in Deutschland registrierte Webseite gewisse Vorgaben erfüllen und etwa ein Impressum und eine Datenschutzerklärung aufweisen. Ansonsten könnte der Betreiber abgemahnt werden. Der Fachverband deutscher Webseiten-Betreiber (FdWB) hat in einer Studie rund 2.500 deutsche Homepages untersucht und dabei großen Nachholbedarf entdeckt.

41 Prozent der deutschen Webseiten sind nicht sicher

So hatten 41 Prozent der untersuchten Webseiten „gravierende Mängel“, das heißt, sie wiesen in mindestens einem Punkt Lücken auf und wären somit sowohl für die Betreiber als auch die Online-Nutzer nicht sicher. Die größte Fehlerquelle bei den mangelhaften Webseiten: 87 Prozent besitzen kein funktionierendes SSL(Secure Sockets Layer)-Zertifikat. Dieses (ältere) Verschlüsselungsprotokoll soll den Datenverkehr im Web schützen, mittlerweile wird meist das Protokoll Transport Layer Security genutzt.

Ein weiteres Hauptproblem ist die nötige Datenschutzerklärung: Bei 35 Prozent der kritisierten Seiten fehlten die Unternehmensangaben in der Datenschutzerklärung, 16 Prozent der Mängel-Seiten verlinkten nicht auf diese – und 32 Prozent hatten nicht mal eine Datenschutzerklärung. Weitere Problemfaktoren waren unter anderem ein fehlender oder falscher Hinweis im Cookie-Banner sowie Fehler im Impressum oder in den verwendeten Formularen zur Kontaktaufnahme oder Newsletter-Anmeldung. 

Derartige Mängel können nicht nur Hacker-Attacken zur Folge haben, sondern verstoßen teils gegen Rechtsvorschriften und können somit abgemahnt werden. Für Webseiten-Betreiber sei es inzwischen sehr schwer, noch den Überblick zu behalten, erklärt der Verband. Die jeweiligen Anbieter wurden nach der Untersuchung auf die Probleme hingewiesen.

Wie können Online-Händler und Webseiten-Betreiber ihre Seite schützen?

Webseiten-Betreiber sollten ihre Seite nach dem International Website Trust Standard (IWTS) zertifizieren lassen, um ihren Nutzern zu zeigen, dass die Webseite sicher ist. Auch Onlineshop-Seiten sind oft unzureichend geschützt, wie eine ältere Studie zeigt. Der Händlerbund bietet mit dem „Performance Check“ ein Tool, das unter anderem die Sicherheit der Shopseite überprüft. 

Für seine Studie hat der Fachverband deutscher Webseiten-Betreiber im März 2020 rund 2.500 zufällig ausgewählte Webseiten auf Merkmale wie ein SSL-Zertifikat und eine Datenschutzerklärung untersucht. 

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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