500.000 Nutzer

Deutsche Cybercrime-Ermittler sprengen größten Darknet-Marktplatz

Veröffentlicht: 12.01.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 12.01.2021
Hand mit Smartphone im Darkweb

Das Darknet ist ein versteckter Teil des Internets, der von Suchmaschinen wie Google nicht gefunden wird und nur mit speziellen Browsern benutzt werden kann. Auch Cyber-Kriminelle missbrauchen das Darknet, etwa zuletzt für den Handel mit Corona-Daten oder für den Handel mit Drogen. Jetzt konnten die Behörden allerdings dem wohl größten Online-Marktplatz im Darknet den Garaus machen. Die Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg haben gemeinsam mit anderen Behörden unter anderem den mutmaßlichen Betreiber des sogenannten DarkMarkets am vergangenen Wochenende festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz mitteilt. Der Darknet-Marktplatz ist offline.

500.000 Nutzer auf DarkMarket: Größter illegaler Marktplatz im Web

Mit rund einer halben Million Nutzer und rund 2.400 Verkäufern ist der illegale Marktplatz wohl einer der größten im Web gewesen. Nutzer konnten dort unter anderem Drogen aller Art, Falschgeld, gestohlene oder gefälschte Kreditkartendaten, anonyme SIM-Karten sowie Schadprogramme kaufen. Insgesamt wurden über den Marktplatz mindestens 320.000 Geschäfte abgewickelt und mehr als 4.650 Bitcoin sowie 12.800 Monero – zwei der gängigsten Kryptowährungen – bewegt. Das entspreche nach derzeitigem Kurs einer Summe von mehr als 140 Millionen Euro, heißt es. Der illegale Marktplatz lief unter anderem über mehr als 20 Server in Moldawien und der Ukraine.

Der Betreiber soll ein 34-jähriger Australier sein, der am Wochenende nahe der deutsch-dänischen Grenze festgenommen wurde. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen nun auch gegen Moderatoren, Verkäufer und Käufer des Marktplatzes vor.

Die deutschen Behörden hatten monatelang ermittelt und dabei unter anderem mit Europol, zahlreichen Institutionen aus Europa sowie dem US-amerikanischen FBI (Federal Bureau of Investigation / Bundespolizei), der DEA (Drug Enforcement Administration / Drogenbekämpfungsbehörde) und der IRS (Internal Revenue Service / Steuerbehörde) kooperiert.

Neues Gesetz gegen illegale Online-Plattformen in Arbeit

In Deutschland arbeitet man derzeit daran, besser gegen derartige kriminelle Handelsplattformen vorzugehen. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat einen entsprechenden Gesetzentwurf im November 2020 vorgelegt, Länder und Verbände konnten bis zum 7. Januar 2021 Stellung nehmen. 

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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