Nach Trumps Twitter-Sperre

Verbreitung von Falschinformationen über Social Media sinkt deutlich

Veröffentlicht: 18.01.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 18.01.2021
Trump auf Twitter

Nachdem am 6. Januar teils bewaffnete Trump-Anhänger das Kapitol in Washington gestürmt hatten, wurden in kurzer Folge die Facebook-, Instagram- und Twitter-Auftritte von Donald Trump gelöscht. Daraufhin ist das Verbreiten von Falschinformationen in den sozialen Medien stark zurückgegangen, wie eine Untersuchungs von Zignal Labs nun ergeben hat. Das Forschungsunternehmen untersuchte mehrere soziale Medien im zwischen dem 9. und dem 15. Januar darauf, wie oft Falschinformationen über die US-Präsidentenwahl geteilt oder diskutiert wurden.

Wie Heise mit Verweis auf einen Bericht der Washington Post berichtet, gingen entsprechende Erwähnungen um 73 Prozent zurück. Von etwa 2,5 Millionen sanken sie konkret auf knapp 700.000. Aus dem Bericht geht allerdings nicht hervor, welche sozialen Medien dafür analysiert wurden.

Diskussion um De-Platforming

Zignal Labs konnte bereits am 8. Januar – einen Tag, nachdem die Trump-Accounts gesperrt wurden – einen deutlichen Rückgang der Diskussionen über angeblichen Wahlbetrug beobachten. Auch die Nutzung entsprechender Hashtags ging rapide zurück. Die Verwendung von #FightforTrump sank um 95 Prozent im Vergleich zum Zeitraum vor der US-Wahl. In ähnlichem Umfang gingen #HoldTheLine und der Claim „March for Trump“ zurück.

Eine Wissenschaftlerin der Universität Washington erklärte laut der Washington Post, dass auch die Sperrung zehntausender Qanon-Accounts dazu beitragen werde, das Verbreiten von Falschinformationen zu verringern. Ob dies langfristig so bleibe, sei aber fraglich.

Das sogenannte De-Platforming, also das Stillegen von Nutzerkonten in sozialen Medien, sei ein wichtiger Faktor, um dem Verbreiten von Falschinformationen entgegenzunehmen, weil es den betroffenen Personen die Plattform für die Verbreitung nehme, erklärte ein Forscher der Washington Post. Allerdings verhärte es auch die Fronten, denn diejenigen, denen dadurch die Reichweite genommen werde, würden in ihren Ansichten sogar bestätigt.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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Kommentare  

#1 Adam 2021-01-19 12:38
Aha, eine Analyse der Washington Post. Wem gehört nochmals diese Zeitung? Ach, Jeff Bezos, nun ist Alles klar. Leute, Leute, bitte nicht einfach Meldungen übernehmen, bisschen nachdenken und recherchieren schadet nicht.

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Antwort der Redaktion

Lieber Adam,
danke dir für dein Feedback. Ob Jeff Bezos die Analyse persönlich in Auftrag gegeben hat, kann ich dir leider nicht sagen. Wenn wir allerdings deiner Meinung nach über nichts mehr berichten sollten, in dem Jeff Bezos direkt oder indirekt die Hände im Spiel hat, dann wird es hier bald wohl sehr still. ;)

Beste Grüße
Christoph aus der Redaktion
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