Digital Tech Newsflash

Auch Biontech-Daten: Hack auf EU-Arzneimittelbehörde kam wohl aus Russland

Veröffentlicht: 08.03.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 08.03.2021
EMA

Ende 2020 wurde die EU-Arzneimittelbehörde Ema (European Medicines Agency) gehackt. Dabei wurde unter anderem auch auf Corona-Impfstoff-Dokumente von Biontech zugegriffen. Laut Ema wurde bei dem Cyberangriff auf „eine begrenzte Anzahl von Dokumenten, die Dritten gehören“, zugegriffen. Recherchen des niederländischen „De Volkskrant“ haben nun neue Informationen ans Tageslicht gebracht, wie der Spiegel berichtet. Nicht namentlich genannte Quellen geben an, dass es sich offenbar um russische Hacker handelte, die mit gefälschten E-Mails Einblick in den E-Mail-Verkehr der Ema erlangt haben sollen.

Mehr als einen Monat lang sollen die Hacker so Zugang zum System der Ema gehabt haben. Deren Interesse soll weniger im Biontech-Impfstoff selbst bestanden haben, sondern vor allem darin, welche Länder Impfstoffe in welchen Mengen kaufen. Eine der Quellen nennt es „klassische Wirtschaftsspionage“. Es sei weniger darum gegangen, Daten zu leaken und eine Desinformationskampagne zu starten. Vielmehr, so geht aus dem Artikel hervor, wollten die Hacker Einblick in die europäische Impfstrategie erhalten.

Schon im Frühjahr des vergangenen Jahres soll es zudem einen großen Cyberangriff auf die Arzneimittelbehörde gegeben haben. Damals hätten sich chinesische Spione Zugang zu den Servern beschafft. Die Ema kommentiert die Veröffentlichungen von „de Volkskrant“ bislang nicht. Auch aus Russland kommt bislang keine Stellungnahme. Der Hack sei übrigens aufgeflogen, als ein System-Manager die Log-Daten der Behörde prüfte und entdeckte, dass sich ein Mitarbeiter regelmäßig außerhalb der Bürozeiten einloggte.

Krypto-Betrug: 31 Millionen US-Dollar verschwunden

Am vergangenen Donnerstag war das Projekt Meerkat Finance auf der Binance Smart Chain (BSC), der Blockchain des Krypto-Exchange-Marktführers Binance, gestartet – einen Tag später erklärte man, man sei gehackt worden. Daraufhin wurde der Twitter-Account gelöscht, die Webseite steht zum Verkauf und der Betreiber Binance hat keinen Zugang mehr zu den Meerkat-Entwicklern. Offenbar handelt es sich hier nicht um einen Hack, sondern um Betrug. Es könne sich um einen sogenannten Rug Pull halten. Das bezeichnet Betrugsfälle, „die so schnell ablaufen, dass sich die Betroffenen fühlen, als hätte man ihnen den Teppich unter den Füßen weggezogen“, schreibt t3n. Mit den Meerkat-Machern sind nämlich auch umgerechnet etwa 31 Millionen US-Dollar verschwunden. Ob Binance oder die Betroffenen noch irgendwie Zugriff auf die Coins erhalten, ist ungewiss.

Corona-Warn-App ermöglicht Datenspende

Mit dem Update auf Version 1.13 ermöglicht die Corona-Warn-App nun eine Datenspende an das Robert-Koch-Institut (RKI). Nutzer können nun automatisch Daten an das RKI weitergeben, wenn sie dem beim Update auf die neue Version zustimmen. Dabei werden neben Daten wie das eigene Bundesland oder der Bezirk und die Altersgruppe (0-29, 30-59, über 60) auch übertragen, ob die App bei Kontakten ein niedriges oder erhöhtes Risiko berechnet hat, so der Spiegel. Das RKI soll damit einen besseren Überblick über das Pandemie-Geschehen und lokale Ausbrüche bekommen. Die Datenspende lasse keine Rückschlüsse auf individuelle Personen zu, betonen die App-Betreiber.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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