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Maßnahmen gegen Cyber-Mobbing

Instagram will seinen Nutzern ins Gewissen reden

Veröffentlicht: 09.07.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 09.07.2019
Instagram Logo und Smartphone

„Du bist hässlich und dumm“ – Wer künftig derartige Kommentare beim Bild-Netzwerk Instagram hinterlassen will, soll erst einmal mit seinem Gewissen konfrontiert werden. Das soziale Netzwerk will entschiedener gegen Cyber-Mobbing vorgehen und hat nun damit begonnen, eine neue Funktion einzuführen, die Menschen vor dem Posten darüber informieren soll, dass ihr Kommentar verletzend sein könnte. Die neue Funktion würde dabei durch künstliche Intelligenz unterstützt, wie Adam Mosseri, Head of Instagram, erklärt.

Sollte ein Nutzer einen verletzenden Kommentar verfassen, lässt die App ihn künftig nicht direkt posten. „Bist du sicher, dass du das posten möchstest?“, so die Frage der App, die dem Nutzer die Möglichkeit gibt, den Kommentar nochmal zurückzuziehen. Instagram scheint damit vor allem auf den Effekt zu reagieren, dass immer wieder unüberlegt Äußerungen in die Kommentarfelder getippt und ohne Rücksicht auf Konsequenzen veröffentlicht werden. 

Erste Tests zeigen Umdenken bei Nutzern

instagram cyberbullying

„Bei den ersten Tests dieser Funktionen haben wir herausgefunden, dass manche Personen ihren Kommentar zurückziehen und einen weniger verletzenden posten, wenn sie die Chance hatten, darüber nachzudenken“, erklärt Mosseri. Ähnlich wie die Grille Jiminy auf Pinocchios Schulter, agiert die Instagram-App in diesen Fällen als das Gewissen der Nutzer und hinterfragt ihre Aktionen aktiv.

Dass das nicht reicht, um das Thema Cyber-Mobbing bzw. Online-Bullying nachhaltig anzugehen, ist Instagram wohl bewusst. „Bei Online-Bullying handelt es sich um ein komplexes Thema“, betont der Instagram-Chef und führt weiter aus: „Das Identifizieren und Entfernen von Bullying auf Instagram ist zwar wichtig, aber wir müssen auch unsere Community dazu ermutigen, sich gegenüber dieser Art von Verhalten zu behaupten.“ 

Instagram will Nutzern mehr Kontrolle geben

Das Netzwerk habe dabei erfahren, dass vor allem junge Menschen in der Community die entsprechenden Personen, die sie mobben, nicht blocken oder sie melden. Die Opfer hätten Angst davor, durch solche Aktionen die Situation noch weiter zu verschärfen – vor allem, wenn sie mit der betreffenden Person im echten Leben zu tun haben. Instagram habe deshalb eine neue Funktion namens „Restrict“ entwickelt, die demnächst getestet werden soll. Sobald ein Nutzer die Funktion für jemanden anwendet, werden die Kommentare der jeweiligen Person auch nur für eben diese sichtbar. Anderen Nutzern werden die Kommentare nur dann angezeigt, wenn sie vom Kontoinhaber, der den Restrict ausgelöst hat, genehmigt werden. 

„Wir sind dafür verantwortlich, eine sichere Umgebung auf Instagram zu schaffen. Dies liegt uns schon seit längerer Zeit sehr am Herzen, und wir tätigen weitere Investitionen, um dieses Problem besser zu verstehen und angehen zu können“, kündigt Mosseri an.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört zu er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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