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Kampf gegen Alexa und Co.

BBC bringt eigenen Sprachassistenten auf den Markt

Veröffentlicht: 28.08.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 28.08.2019
BBC-Haus

Alexa, Siri und Co. machen sich in immer mehr Geräten und Haushalten breit und könnten zumindest im E-Commerce revolutionär sein. Jetzt entwickelt auch die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt des Vereinigten Königreichs, die BBC (British Broadcasting Corporation), einen eigenen Sprachassistenten, der 2020 auf den Markt kommen soll, wie der Guardian berichtet.

So funktioniert der neue BBC-Sprachassistent Beeb

Der BBC-Sprachassistent wird aber kein physisches Gerät, sondern als Software in Webseiten, Apps und smarten Endgeräten integriert sein. Er soll „Beeb“ heißen, der Begriff soll gleichzeitig auch das Aktivierungswort sein – angelehnt an den Kosenamen für den britischen Sender. Die Nutzer sollen mit Beeb vor allem mit Inhalten der Sendeanstalt interagieren, z. B. Sendungen finden oder aufnehmen. „Mit einem eigenen Assistenten wird die BBC die Freiheit haben, mit neuen Programmen, Features und Erfahrungen zu experimentieren, ohne die Erlaubnis von jemand anderem, ihn auf eine bestimmte Weise zu bauen. Es wird es der BBC auch ermöglichen, viel ehrgeiziger in Bezug auf die Inhalte und Funktionen zu sein, die die Zuhörer genießen können“, erklärte ein BBC-Sprecher. Allerdings nutzt die BBC für ihre Angebote weiterhin auch andere Sprachassistenten wie Amazon Alexa.

BBC will auch mehr Nutzerdaten sammeln

Doch die BBC wird Sprachassistent Beeb wohl auch einsetzen, um mehr Nutzerdaten zu sammeln. Hintergrund: In diesem Monat stoppt die BBC zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der Radio-App TuneIn, die unter anderem auch von Amazons Alexa genutzt wird. Über TuneIn werden keine BBC-Radiosender mehr zu hören sein. Das gleichnamige US-Unternehmen weigerte sich, Nutzerdaten an die BBC weiterzugeben.

Experten wie Ben Wood von CCS Insight sehen den Start von Beeb allerdings eher kritisch, weil der Markt für Sprachassistenten hart umkämpft sei. Konkurrenten wie Amazon, Google und Apple könnten viel mehr in die Entwicklung investieren. Laut einer aktuellen Canalys-Studie über Smart Speaker gehen rund 60 Prozent der Lieferungen im zweiten Quartal 2019 auf Amazon, Baidu und Google. Der chinesische Anbieter Baidu weist dabei ein Wachstum von 3.700 Prozent auf. In Großbritannien sollen rund 20 Prozent der Haushalte einen Sprachassistenten nutzen.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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