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Verkaufsroboter

Alex verkauft bei Conrad künftig 24 Stunden am Tag

Veröffentlicht: 18.10.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 18.10.2019
Alex im Conrad Berlin Schöneberg

In der Conrad-Filiale in Berlin Schöneberg ist künftig ein neuer Mitarbeiter im Einsatz. Er heißt Alex und arbeitet rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Alex wird allerdings nicht ausgebeutet, Alex ist der neueste Roboter im Conrad-Team. Dieser kümmert sich um einen abgegrenzten, aber rund um die Uhr von außen erreichbaren Bereich der Filiale. Der Workerbot wohnt in einer Art Kiosk, die verschiedene Produkte auf aktuell 36 Plätzen beherbergt, darunter vor allem kleine Produkte und solche, die man möglicherweise spontan braucht, also etwa Batterien, Kabel und Ähnliches.

Alex wurde bewusst aufwändig gestaltet, obwohl ein klassischerweise Kiosk-Automat seinen Zweck wohl auch erfüllt hätte. „Wann hat man schon mal die Chance, einem humanoiden Roboter Face-to-Face gegenüber zu stehen und ihn bei seiner Arbeit zu beobachten?“, fragt Filialleiter Jochen Mädler rethorisch. Alex beherrscht zwölf verschiedene Mimiken, er kann zum Beispiel zwinkern, lächeln oder sich schlafend stellen. Die Interaktion mit dem Roboter läuft dabei allerdings nicht über Sprache, sondern über ein Terminal. Am Touchscreen wählt der Kunde sein Produkt und schließt den Zahlvorgang ab – mit Kreditkarte, EC-Karte oder Barzahlung. Der Roboter sammelt dann mit Greifarmen das jeweilige Produkt und legt es in das Ausgabeband.

Roboter-Erfahrung

Conrad hat den Roboter nicht selbst entwickelt, sondern Know-How eingekauft. Entwickelt hat den Roboter Matthias Krinke, Geschäftsführer von pi4_robotics. Das Unternehmen stellt Roboter, Prüfautomaten und Bildverarbeitungssysteme her. Mit Alex bringt das Unternehmen bereits die vierte Generation an Workerbots auf den Markt. „Ich freue mich sehr, dass wir Conrad Electronic für den Einsatz unseres Workerbots gewinnen konnten. Denn wo könnte ein Roboter eine bessere Heimat finden als im Schaufenster eines ausgewiesenen Technik-Experten“, so Krinke. Im nächsten Schritt soll der Roboter in der Lage sein, auch „Click and collect“-Einkäufe abzuwickeln. Der Kunde könnte sich dann sein online bestelltes Produkt rund um die Uhr in der Filiale abholen.

Sowohl Krinke, als auch Filialleiter Hochen Mädler betonen, dass Roboter wie Alex keine Arbeitsplätze bedrohen und auch langfristig keine echten Mitarbeiter ersetzen sollen. Man könne schon allein deswegen nicht alles den Robotern überlassen, weil sie nicht alles können, sagt Krinke. Stattdessen könne sich die Belegschaft dank des Workershop-Kiosks mehr auf Kundenberatung fokussieren. Und spätestens, wenn es bei der Technik mal hakt, geht ohne den Menschen nichts. So geschehen bei der Präsentation von Alex. Jürgen Groth, Geschäfts Conrad Electronics SE nahm es mit Humor: Alex solle eben menschlich wirken, und auch Menschen geht es schließlich manchmal nicht so gut. Das Problem wurde übrigens schnell behoben.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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