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Digitalstrategie 2025

Bitkom fordert digitales Umdenken in Deutschland

Veröffentlicht: 15.01.2020 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 15.01.2020
Deutschland-Karte digital

Digital hängt Deutschland in vielen Bereichen immer noch hinterher, wie Studien immer wieder zeigen, jüngst etwa bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Der Branchenverband Bitkom will der Bundesregierung dabei auf die Sprünge helfen und hat seine Digitalstrategie 2025 vorgestellt. 

„Deutschland verliert gerade den Anschluss an die internationalen Vorreiter der Digitalisierung wie Dänemark, Singapur, China oder die USA. Die Digitalstrategie 2025 ist eine kritische Bestandsaufnahme des Status quo und schlägt konkrete Maßnahmen vor, wie Deutschland seine Digitalisierungsfähigkeit grundsätzlich und massiv steigern kann. Das System Deutschland braucht dazu mehr als ein Update, es braucht einen Restart“, fordert Bitkom-Präsident Achim Berg. Die Bitkom-Vorschläge zielen auf die vier Kernbereiche Bildung, Infrastruktur, Verwaltung und den Umgang mit Daten.

Deutschland digital: Mehr Investition in Bildung und Infrastruktur

In Sachen Bildung müsse der Bund „bundesweite Mindeststandards“ setzen und die Schulen besser unterstützen. Außerdem müssten auch Kompetenzen „jenseits formaler Bildungswege“ gewürdigt und in der beruflichen Laufbahn anerkannt werden. Generell müsse die digitale Weiterbildung mehr in den Fokus rücken, auch bei Unternehmen.

Der Staat müsse auch viel mehr in die Infrastruktur investieren, in „performante glasfaserbasierte und mobile Datennetze, intelligente Verkehrs- und Energienetze und leistungsfähige digitale Netze in smarten Städten und Gemeinden, Verwaltungen, Sicherheitsbehörden sowie Gesundheits- und Bildungseinrichtungen“, so die Forderung. Außerdem könne Deutschland den Genehmigungsvorbehalt für Standardinfrastruktur wie Funkmasten abschaffen und dieses Verfahren etwa auch bei der Verlegung von Glasfaser anwenden.

Bitkom-Strategie: Auch der Staat muss digitaler werden

Auch bei sich selbst müsse der Staatsapparat ansetzen und etwa die Verwaltung von Grund auf umbauen. Behördliche Strukturen und Prozesse müssten neu gedacht bzw. erstellt werden – das Stichwort dazu: „digital by design“. Analoge Verfahren sollten hingegen möglichst bald abgeschafft werden.

Im Umgang mit persönlichen Daten plädiert der Verband für einen „ganzheitlichen Ansatz in der Datenpolitik“ und eine „funktionierende Balance“ zwischen dem Schutz und dem nötigen Einsatz bzw. der Verwendung persönlicher Daten. Derzeit werde in dem Bereich noch zu viel über denselben Kamm geschoren, heißt es. Gerade der mögliche Missbrauch persönlicher Daten ist nach einer Umfrage aber die größte digitale Angst der Deutschen. Daten seien allerdings entscheidend für digitale Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz.

„Digitalisierung ist nicht die Kür, Digitalisierung ist unser Pflichtprogramm. Dabei müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Andere haben vorgemacht, wie Digitalisierung geht, auch unter schwierigen Bedingungen. Die Digitalisierung wartet nicht auf uns“, plädiert Berg. 

Eine umfassende Version der Bitkom-Digitalstrategie 2025 können Nutzer runterladen (pdf, 42 Seiten).

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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