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Fußball

Fifa testet künstliche Intelligenz beim Videobeweis

Veröffentlicht: 14.02.2020 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 17.02.2020
Videobeweis

Technische Fortschritte im Fußball werden von Fans und Aktiven meist mit Argusaugen betrachtet. So ist der Videobeweis seit seiner Einführung 2017 in die Bundesliga ein konstanter Streitpunkt: Entscheidungen dauern zu lange, sind immer noch strittig und berauben den Sport seiner Atmosphäre. Die Fifa will den Videobeweis jetzt mittels künstlicher Intelligenz (KI) optimieren und so Entscheidungen schneller und genauer treffen lassen, wie Forbes berichtet.

KI statt menschliches Auge – so funktioniert das neue System

Der Videobeweis kommt bisher bei entscheidenden und strittigen Spielszenen zum Einsatz, etwa bei Toren, Strafstößen oder Roten Karten. Mit der neuen Technik will die Fifa vor allem Abseitsentscheidungen verbessern. Bisher wurde bei der Videoanalyse auch viel menschliches Auge eingesetzt: Techniker ermitteln dabei anhand verschiedener Kamera-Einstellungen die mögliche Position der Beine des Spielers während des Abspiels – das braucht Zeit, die Zuschauer und Spieler im Stadion selten gönnen. In der neuen Methode soll die künstliche Intelligenz die Beine der Spieler anhand von 15 bis 20 Punkten tracken und dann mittels Algorithmen eine Abseits-Linie ziehen, aufgrund derer die Videoassistenten dann entscheiden. 

Fifa: Erste Tests bei der Klub-WM waren vielversprechend

Die Fifa hat das neue System bereits bei der Klub-WM 2019 in Katar getestet. Diese seien „sehr vielversprechend“ gewesen, wie Johannes Holzmüller, Fifa-Direktor für Fußballtechnologie und -innovation, meint. Das KI-System muss nun weiter getestet werden, die Fifa will verschiedene Unternehmen und technologische Ansätze noch im ersten Halbjahr 2020 ausprobieren. Wann eine KI über Abseits in echten Spielen entscheidet, ist noch nicht abzusehen. Doch es sei offensichtlich, „dass die künstliche Intelligenz eine der Technologien ist, die in den kommenden Jahren die größten Auswirkungen auf den Fußball haben wird“, so Holzmüller. Auch Amazon nutzt seit Neustem in der Bundesliga den Einsatz von künstlicher Intelligenz, um mögliche Tore vorherzusagen. Doch bei aller technischer Finesse ist nicht klar, ob jede Neuerung wirklich gut bei den Fans ankommt.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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