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Kuriose Produkte im E-Commerce

Fernkuschel-Jacke, Smartphone-Aufsatz, Finger-Schutz – diese Produkte nützen in der Coronakrise

Veröffentlicht: 04.11.2020 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 06.11.2020
Wearable Love Jacke

Die Coronapandemie bringt – neben den großen wirtschaflichen Sorgen – jede Menge ärgerliche Umstände im Alltag mit sich. Einige Unternehmen haben sich darauf eingestellt und Produkte entwickelt, die man jetzt vielleicht gut gebrauchen kann: Einen Desinfektionsspray-Aufsatz fürs Smartphone, einen Plastiküberzug für den Finger und eine Jeansjacke, die ferngesteuert werden kann.

Desinfizieren mit dem Smartphone: Clay Disinfect

Clay Disinfect

Spender mit Desinfektionsmitteln sieht man jetzt fast überall. Wer aber sein eigenes Fläschchen schnell parat haben will und eh oft am Smartphone hängt, könnte auf Clay Disinfect zurückgreifen. Das Teil besteht aus einem Mini-Sprühspender, der mit einer aufzuklebenden Schiene am Handy befestigt wird – ermöglicht quasi Telefonieren und Desinfizieren gleichzeitig.

Entwickelt wurde Clay Disinfect von Niklas Linss, Luis Loibl und Akshay Phadtare. Linss und Loibl kennen sich von ihrem BWL-Studium in Regensburg. „Die Grundidee entstand als Lösung des Problems, dass jeder im Alltag häufig in Situationen kommt, in denen wir uns gerne die Hände reinigen würden. Mit Clay haben wir die Möglichkeit, sich die Hände in jeder Situation reinigen zu können, mit einem Gegenstand verbunden, den jeder so gut wie immer bei sich trägt – dem Handy“, erklärt Loibl. Der Name „Clay“ geht auf „Clean“ und „Spray“ zurück. Im Video erklären die drei Macher Clay Disinfect: 

 

Im August und September liefen die ersten Gelder zur Entwicklung via Crowdfunding ein, im Dezember soll das Produkt auf den Markt kommen. Das Fläschchen plus Schiene, mit der man das Handy auch aufstellen kann, soll 15,90 Euro kosten. Clay Disinfect soll auf jedes Smartphone passen und so dünn sein, dass es auch in der Hosentasche nicht stört. Das Projekt wird unter anderem unterstützt von dem #WirvsVirus Matching Fonds, einer Initiative des Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland, Startnext und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. 

Plastik-Fingeraufsatz zum Berühren: Hi Safe Touch

obskoziol ideas for friends GmbH / Angeline Swinkels

Wer statt desinfizieren lieber den Hautkontakt mit Schaltern, Druckknöpfen und Co. im Alltag vermeiden will, dem bietet das Unternehmen Koziol den Fingerschutz Hi Safe Touch. Man kann den kleinen Plastiküberzug einfach auf den Zeigefinger stülpen und dann z.B. die Tastatur am Geldautomaten bedienen. Der Berührungsschutz ist aus thermoplastischem Kunststoff und kostet 4,95 Euro. Derzeit (Stand: 6.November 2020) ist das Produkt im Webshop aber nicht auf Lager und müsste nachbestellt werden. 

Jacke zum ferngesteuerten Kuscheln: Wearable Love von H&M

Social Distancing wurde in der Coronapandemie zum Zwangstrend. Abstand halten statt Berührungen – das dürfte vor allem Pärchen schwer fallen. Doch Hoffnung naht, naja irgendwie: Das H&M Lab, eine Innovationsschmiede des Mode-Händlers, entwickelt derzeit eine Jeansjacke mit eingebauten Schulter-Sensoren, die man per App steuern kann – und sich so aus der Ferne von seinem Partner drücken lassen könnte. Das Ganze nennt sich wearable love. Im Video wird die Idee eindrücklich gezeigt, wirkt aber teils recht kurios bis creepy – als ob der Mann im Clip sich quasi selbst in einer Bushaltestelle streichelt.

H&M Lab

Dennoch: „Wir kombinieren unsere Jeansjacke mit innovativer Technologie, damit Sie die Berührung Ihrer Lieben spüren können, als ob sie bei Ihnen wären“, heißt es im PR-Text von H&M. „Jede Berührung bleibt zwischen Ihnen beiden und ist von außen nicht sichtbar. Abgesehen von Ihrem Lächeln.“ Der jeweilige Nutzer kann sogar „individuelle Berührungsmuster erstellen“. Die dazugehörige Technik stammt von dem Berliner StartUp Boltware.

Die Idee zu der smarten Jacke entstand bereits vor der Coronapandemie. „Im Zuge von Social Distancing aufgrund der Corona-Krise hat die Idee noch größere Relevanz erfahren, sodass sich das Team dazu entschieden hat, die Kampagne trotz erschwerter Bedingungen umzusetzen und in genau diesen Kontext einzubetten“, erklärt Mariam ElBarkani von H&M. Die Jacke ist derzeit noch nicht zu kaufen, es wird weiter an dem Prototyp gefeilt. 

Auch andere Unternehmen entwickeln ähnliche smarte Kleidung, etwa Levi's und Google. So könnte es wohl künftig trotz Corona zu mehr Berührungen kommen – nur eben zwischen Mensch und Jacke.

Auch in einem unserer letzten Teile der Reihe „Kuriose Produkte im E-Commerce“ ging es um mehr oder weniger sinnvolle Corona-Produkte – wie ein Anti-Corona-Warnband.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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