Künstliche Intelligenz

Corona-Infizierte per App am Husten erkennen?

Veröffentlicht: 12.02.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 12.02.2021
Husten

Das Husten von Corona-Infizierten klingt anders als das Husten von gesunden Personen. Das kann man als Normalsterblicher kaum hören, Computer wiederum können das – auch wenn die infizierte Person keine Symptome zeigt. Dieser Umstand könnte helfen, die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Davon sind Forscher des MIT (Massachusetts Institute of Technology) überzeugt. Sie wollen eine Smartphone-App entwickeln, die anhand von Husten erkennen soll, ob der Nutzer möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert ist.

Die App könnte von jedem genutzt werden, „bevor er in ein Klassenzimmer, eine Fabrik oder ein Restaurant geht“, so Brian Subirana vom MIT laut Manager Magazin. Man setze mit der App beim Grundproblem der Pandemie an: Wer sich gesund fühlt, ist weniger vorsichtig und weiß oft gar nicht, dass er das Virus in sich trägt. Das Institut betont aber, dass ein positiver Verdacht durch die Husten-App stets noch mit einem richtigen Test bestätigt werden müsse. Bevor sie veröffentlicht wird, müsste die App in den USA aber noch von der Arzneimittelbehörde FDA genehmigt werden.

KI für die Husten-Erkennung

An der Erkennung des Hustens arbeitet das MIT-Team nicht erst seit dem Ausbruch von Corona. Schon vorher wurde versucht, mittels künstlicher Intelligenz Alzheimer anhand von Stimm- und Hustenaufnahmen zu erkennen. Im April wurde dann damit begonnen, Audio-Aufnahmen von Husten auch von Corona-Patienten zu sammeln. Man habe mittlerweile über 200.000 Hörproben absichtlichen Hustens gesammelt. Es handele sich um den „größten bekannten Forschungs-Husten-Datensatz“, so die Forscher. 2.500 Aufnahmen kamen von Personen mit Covid-19-Infektion.

Die Software, die mit den Proben gefüttert wurde, habe nach einer Weile tatsächlich kleinste neuromuskuläre Beeinträchtigungen infizierter Personen erkennen können. „Das Modell identifizierte 98,5 Prozent der nachweislich Covid-19-Infizierten“, so das Manager Magazin. Vor allem, so Subirana, erkenne die Maschine asymptomatisches Husten bei infizierten Personen, die sich aber gesund fühlten.

Zusammen mit dem japanischen Pharmaunternehmen Takeda werde nun auf Basis des KI-Modells eine kostenlose Pre-Screening-App entwickelt. Der Datensatz der Hustenaufzeichnungen soll in Zusammenarbeit mit Krankenhäusern weiter vergrößert werden.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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