Virtual-Reality

Mit diesem Handschuh will Meta Virtual-Reality greifbarer machen

Veröffentlicht: 18.11.2021 | Geschrieben von: Ricarda Eichler | Letzte Aktualisierung: 19.11.2021
Thanos Handschuh

Um die virtuelle Realität hautnah zu erleben, gibt es mittlerweile diverse Ansätze und Wearable-Tech-Produkte (tragbare Technik). Mit der Umbenennung der Facebook-Corporation in Meta kündigte Mark Zuckerberg bereits an, die Forschung in Richtung Virtual und Augmented Reality voranzutreiben. Nun stellte das Unternehmen auf seinem Technik-Blog das neueste Projekt vor: Mittels eines Handschuhs sollen virtuelle Gegenstände buchstäblich greifbarer gemacht werden.

Die nächste Ära in Sachen Mensch-Computer-Interaktion

Das von Meta gegründete Forschungsteam Reality Labs Research befasst sich mit verschiedenen Methoden, um das virtuelle mit dem reellen zu vereinen. Die Sinnesbereiche Hören und Sehen sind dabei mittlerweile durch diverse technische Gimmicks hinreichend abgedeckt. Frühere Spielekonsolen versuchten auch, beispielsweise mit den sogenannten Rumble-Packs, Bewegungen wie Stöße oder Stürze spürbar zu machen. Doch wirklich ausgereifte Wege, um das virtuelle anzufassen, gibt es bisher nicht. 

Wie Sean Keller, Forschungsleiter der Reality Labs deutlich macht, ist Haptik jedoch ein wichtiger nächster Schritt für das Metaversum: „Der Wert der Hände für die Lösung des Interaktionsproblems in AR und VR ist immens. Wenn es uns gelingt eine funktionale, haptische Hand in die AR und VR einzubringen, können wir von lebenslangen motorischen Erfahrungen profitieren. Nutzer könnten virtuelle Objekte genau wie reale Objekte berühren, fühlen und handhaben – und das alles, ohne eine neue Art der Interaktion mit der Welt lernen zu müssen.“

Forschung zwischen Robotik und Mikrofluidik

Die Handschuhe sollen dabei vor allem leicht und anschmiegsam werden und die beiden Seiten der AR/VR Problematik ansprechen: die korrekte Interpretation der Handbewegungen seitens des Computers sowie die Rückkopplung differenzierter sensorischer Effekte auf die Hand des Nutzers. Letztere soll dabei haptische Empfindungen wie Textur, Druck oder verschiedene Stufen der Vibration beinhalten. 

Um eine realistische Berührungsempfindung zu imitieren, besteht der Handschuh aus hunderten kleinen motorischen Aktoren. Diese werden für gewöhnlich über Pneumatik, Hydraulik oder Elektronik betrieben. Die bisher auf diesem Feld der Robotik eingesetzten Aktoren sind jedoch zu groß, starr und teuer. Außerdem verbrauchen sie viel Energie und produzieren zu viel Wärme. Wie Tristan Trutna, Research Hardware Engineering Director, betont: „Man kann nicht einfach 1.000 kleine Motoren und Kabel auf einer Hand verteilen. Auch mit unendlichen Ressourcen ist das nicht möglich, da es physikalisch einfach nicht genügend Platz gibt.“

Aktuell wird daher in den wissenschaftlichen Feldern der Soft Robotik sowie Mikrofluidik nach Lösungen geforscht. Um letztlich auch auf dem Markt als erfolgreiches Produkt durchzugehen, stellen sich darüber hinaus weitere Herausforderungen in Sachen Komfort, Optik, Strapazierfähigkeit, Individualisierbarkeit und letztlich natürlich Preis. Bis man das Metaverse also wirklich zu spüren bekommt, wird es folglich noch ein wenig dauern.

Über die Autorin

Ricarda Eichler
Ricarda Eichler Expertin für: Nachhaltigkeit

Ricarda ist im Juli 2021 als Redakteurin zum OHN-Team gestoßen. Zuvor war sie im Bereich Marketing und Promotion für den Einzelhandel tätig. Das Schreiben hat sie schon immer fasziniert und so fand sie über Film- und Serienrezensionen schließlich den Einstieg in die Redaktionswelt.

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