Bitkom-Umfrage

Digitalisierung ist gut für Bildung und Mobilität – nicht für Kultur

Veröffentlicht: 23.12.2021 | Geschrieben von: Patrick Schwalger | Letzte Aktualisierung: 23.12.2021
Schulklasse mit vielen PCs

In einer Umfrage von Bitkom, dem Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, die jetzt veröffentlicht wurde, zeigt sich, dass die Deutschen die Digitalisierung insgesamt positiv bewerten. Der Verband formuliert deshalb jetzt Erwartungen an die neue Bundesregierung. 

Bildung, Mobilität und Klima sind die Digitalisierungsgewinner

Die befragten Deutschen sehen besonders positive Entwicklungen durch die Digitalisierung vor allem in drei Branchen: Bildung, Mobilität und Klima. 91 Prozent der Befragten erwarten dementsprechend positive Effekte, wenn die Digitalisierung in Schulen vorangetrieben wird. In den Bereichen Mobilität und Klimaschutz sehen je 72 Prozent der Befragten einen guten Einfluss einer beschleunigten Digitalisierung. Auch für die Verwaltung (69 Prozent), Forschung und Innovation (67 Prozent), Landwirtschaft (54 Prozent), das Gesundheitswesen (53 Prozent) und die Energieversorgung (52 Prozent) bescheinigt eine Mehrheit der Befragten der Digitalisierung positive Auswirkungen. 

Unentschieden waren die Befragten allerdings beim Handel. Nur 49 Prozent sagten, dass die Digitalisierung hierauf positive Effekte habe. Ebenfalls 49 Prozent sehen hingegen negative Auswirkungen in einem wachsenden Online-Handel. Ebenso verhält es sich bei der Arbeitswelt (48 Prozent positiv, 49 Prozent negativ). Der einzige Bereich, bei dem eine Mehrheit der Befragten negative Auswirkungen der Digitalisierung sieht, ist die Kultur. 

Bitkom nimmt das neue Bundesministerium für Digitales und Verkehr in die Pflicht

Insgesamt sehen 85 Prozent der Befragten die deutsche Digitalpolitik als zukunftsweisend und sehr wichtig für die Entwicklung Deutschlands an. Nur neun Prozent halten die Digitalisierung für eher nicht wichtig, während sogar vier Prozent angaben, dass die Digitalisierung überhaupt nicht wichtig sei. Der Bitkom-Präsident Achim Berg leitet daraus Erwartungen für das Bundesministerium für Digitales und Verkehr ab, in dem sich seit der Regierungsbildung Digitalkompetenz bündelt: „Die Digitalisierung hat zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik einen festen Platz am Kabinettstisch. Nun muss sich in der Praxis zeigen, dass das Bundesministerium für Digitales und Verkehr die Digitalpolitik der Bundesregierung koordiniert und vorantreibt. Das ist die zentrale Aufgabe in der neuen Legislatur.“

Über den Autor

Patrick Schwalger
Patrick Schwalger Experte für: EU- und Bundespolitik

Patrick ist Politik-Experte beim Händlerbund und schreibt regelmäßig als Gastautor auf OHN. Er hat in verschiedenen politischen Kontexten in Brüssel und Köln gearbeitet und kennt die Politik von allen Seiten. Für den Händlerbund bearbeitet er die politischen Entwicklungen, die den Online-Handel bewegen und informiert darüber auf OHN.

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