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Studie zu KI

So tricksen Firmen mit dem Label „Künstliche Intelligenz“

Veröffentlicht: 06.03.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 06.03.2019
Hand greift nach Künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) ist an sich schon eine schwierige Bezeichnung, bei der oft viele Begriffe vermengt oder falsch benutzt werden. Eine Studie zeigt jetzt, dass auch Unternehmen die Bezeichnung fälschlicherweise nutzen – und damit Geld einsammeln können.

Die Beteiligungsgesellschaft MMC Ventures hat in einer Studie den aktuellen Stand in Sachen Künstliche Intelligenz in Europa untersucht und ist dabei auf ein interessantes Phänomen gestoßen. Viele Unternehmen, die eigentlich unter dem Geschäftsfeld Künstliche Intelligenz eingeordnet sind, haben damit in Wirklichkeit gar nichts zu tun, berichtet golem.de. Demnach arbeiten rund 40 Prozent der europäischen KI-Firmen gar nicht mit künstlicher Intelligenz oder maschinellem Lernen. Das beträfe in Europa laut Studie etwa 1.250 Unternehmen, Namen wurden jedoch nicht genannt. 

Firmen nutzen den Begriff für Investorengelder

Der mögliche Grund für den Etikettenschwindel: StartUps im Bereich der Künstlichen Intelligenz können im Schnitt bis zu 50 Prozent mehr an Investmentkapital einsammeln, heißt es. Der Begriff Künstliche Intelligenz verkommt dann zur hohlen Marketing-Formel. Allerdings täuschen die Unternehmen nicht unbedingt bewusst, die Einordnung in Geschäftsfelder übernehmen oft andere Organisationen oder Analyse-Plattformen wie Crunchbase und CB Insights. Möglicherweise nehmen Firmen dann eine falsche, aber vielversprechende Zuordnung wohlwollend hin, erklärt der Studienleiter David Kelnar: „Ich denke, in den meisten Fällen werden sich die Unternehmen bewusst sein, wie sie eingestuft werden.“

Die Studie, in der unter anderem 2.830 Unternehmen aus 13 EU-Ländern untersucht wurden, bietet darüber hinaus noch viele weitere Erkenntnisse zu Künstlicher Intelligenz. In Zukunft wird KI vor allem in Bereichen mit großen Datenmengen zum Einsatz kommen, etwa im Online-Handel, Transport, Finanzdienstleistungen sowie dem Versicherungs- und Gesundheitswesen. Am häufigsten wird die Technologie schon in Form von Chatbots oder bei der Prozessautomatisierung umgesetzt. Im E-Commerce wird KI unter anderem für die Kunden-Personalisierung, die Preisoptimierung oder für Absatzprognosen benutzt. In Deutschland setzt zum Beispiel Brille 24 in vielen Bereichen auf Künstliche Intelligenz

Deutschlands Chancen in der Künstlichen Intelligenz

Weltweit ist laut der Studie China bei der Entwicklung und dem Einsatz von KI an der Spitze. In Europa liegt derzeit noch Großbritannien vorne, das könnte sich durch den Brexit aber ändern. Das könnte eine Chance für Deutschland als KI-Standort sein. Derzeit führt die Studie in Deutschland 196 Firmen auf, die an der Entwicklung von KI arbeiten. 

Hier kann man die komplette Studie als PDF einsehen.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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