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Digital Tech Newsflash

Galerie zeigt gelöschte Fotos von gekauften Speicherkarten

Veröffentlicht: 12.08.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 12.08.2019
Speicherkarten

Wer ein Foto von seinem Smartphone oder von der Festplatte löscht, geht davon aus, dass es dann auch wirklich gelöscht ist. Was im Papierkorb landet, ist aber nicht automatisch dauerhaft verschwunden. Das beweisen jetzt aufs Neue zwei Künstler aus Stuttgart, die in einer Ausstellung scheinbar von Speicherkarten gelöschte Bilder präsentieren. Für ihr Projekt haben sie online gebrauchte, vermeintlich leere Speicherkarten gekauft, über die sie ein handelsübliches Datenrettungsprogramm haben laufen lassen. Felix Gärtner und Romano Dudaš fanden Fotos, Texte und Videos, darunter Kuriositäten wie das Foto eines Flächenbrandes in einem Wüstendorf. Meist aber zeigen die anonymen Bilder das, was man eben erwartet und was die Leute so fotografieren: Blumentöpfe, Kapellen, unscharfe Jogger oder auch mal ein Bündel Dollarscheine.

Auf die Idee kam Gärtner, als er selbst versuchte, gelöschte Fotos zurückzugewinnen. „Überrascht war ich, wie schnell es möglich ist, nicht nur die jüngeren Fotos zurückzubekommen“, zitiert Heise. Er fand dabei Bilder, die aus vier Jahre alten Aufträgen stammten. Dass das Projekt rechtlich durchaus diskussionswürdig ist, weiß Gärtner. „Aber wir wollen die Besucher wachrütteln und ihnen einen Spiegel vorhalten, wir wollen auf Sicherheitslücken aufmerksam machen.“ Denn nur wenige Nutzer wissen, wie sie ihre Daten tatsächlich vollständig löschen können. „Man weiß, dass man seine Handtasche nicht liegenlässt, aber wir haben keine Ahnung, wie wir mit den Daten von uns umgehen“, sagt Dudaš.

Stefan Brink, Datenschutzbeauftragter von Baden-Württemberg, sieht die Ausstellung positiv, da sie einen Aufklärungsbeitrag leiste. „Vielen Bürgern ist diese Problematik wahrscheinlich noch nicht bewusst, hier müsste mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden.“ Brink weist darauf hin, dass das Problem nicht beim persönlichen Smartphone aufhöre. Wenn etwa Arztpraxen Patientendaten auf Speicherkarten nicht hinreichend löschen, bevor sie weiterverkauft werden, dann sei das ein ernstes Problem. Noch schlimmer ist es, wenn sensible Daten vor dem Verkauf überhaupt nicht gelöscht werden – wie bei den gebrauchten Laptops, die die Bundeswehr verkauft hat und auf denen ein Förster Anleitungen für einen Raketenwerfer fand.

Russische Medienaufsicht gegen YouTube

Zehntausende Menschen demonstrieren in Moskau für freie Wahlen. In der laut Spiegel Online größten Protestkundgebung seit Jahren verlangen die Bürger die Zulassung eines Oppositionskandidaten zur Kommunalwahl. Der russischen Regierung sind die Demonstrationen ein Dorn im Auge. Besonders YouTube-Übertragungen von den Demonstrationen missfallen dem Staat. Die russische Medienaufsicht hat Google nun aufgefordert, das Material von den nicht genehmigten Protesten zu löschen. Google dürfe nicht für rechtswidrige Proteste werben. Besonders „Strukturen“, die YouTube-Kanäle für Push-Nachrichten nutzen, würden die Menschen manipulieren. Sollte Google nicht auf das Schreiben der Medienaufsicht reagieren, werde Russland dies als feindselige Einmischung in innere Angelegenheiten werten. Man behalte sich dann das Recht vor, „angemessen“ zu reagieren, so Spiegel Online.

US Navy: Touchscreens werden ausgebaut – zu gefährlich

Die Kriegsmarine der USA, die US Navy, ersetzt Touchscreens zur Steuerung ihrer Zerstörer wieder mit mechanischen Hebeln und Knöpfen. Dieser Umbau wird bis zu zwei Jahre dauern. Der Grund: Die Touchscreens, die seit 2016 genutzt werden, sind offenbar eine Gefahrenquelle. Den Ausschlag hat ein Unfallbericht der US-Behörde für Transportsicherheit (NTSB) gegeben, so USNI News. Im August 2017 starben zehn Besatzungsmitglieder des Zerstörers John S. McCain bei einer Kollision mit einem Tanker. Der NTSB-Bericht nennt mehrere Ursachen für das Unglück, unter anderem aber auch unzureichende Schulung des Touchscreen-Systems und dessen Interface. Die Nutzer hätten offenbar oft nicht gewusst, wer gerade die Kontrolle über welches System hat. Außerdem habe das haptische Feedback gefehlt. Schon zwei Monate zuvor starben bei einer weiteren Kollision sieben Marine-Soldaten.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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