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Bekämpfung von Kindesmissbrauch

Länder wollen auf verschlüsselte Facebook-Nachrichten zugreifen

Veröffentlicht: 04.10.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 04.10.2019
Facebook-Logo mit Schloss

Der teilweise allzu sorglose Umgang mit persönlichen Nutzerdaten brachte Facebook-Chef Mark Zuckerberg im März dazu, den Usern mehr Sicherheit zu versprechen: Die Nachrichten auf dem FB-Messenger und Instagram sollten künftig – wie bei WhatsApp – ebenfalls durch eine sogannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert werden. Dabei sollen eigentlich nur Sender und Empfänger Zugriff auf die Nachricht haben. Jetzt wenden sich aber die USA, das Vereinigte Königreich und Australien in einem Brief an den Facebook-Chef und fordern eine Art Hintertürchen, wie Spiegel Online berichtet.

Darum wollen die Länder Chat-Nachrichten einsehen

Demnach soll das soziale Netzwerk den Regierungen „Mittel zum rechtmäßigen Zugang zu den Inhalten“ bieten, um die Bürger zu schützen, wie es im Original des Briefes bei buzzfeed heißt. Der Grund: Durch die Verschlüsselung werde der Kampf gegen Kindesmissbrauch und Terrorismus deutlich erschwert. Als positives Beispiel nennen die Länder die Zusammenarbeit Facebooks mit dem US-amerikanischen National Centre for Missing and Exploited Children, das sich gegen Kindesmissbrauch einsetzt. Im Jahr 2018 hatte Facebook rund 17 Millionen Hinweise auf mögliche Fälle geliefert – das seien etwa 90 Prozent aller gemeldeten Hinweise. Durch die neue Verschlüsselung würden rund 70 Prozent derartiger Meldungen wegfallen.

Die Regierungen fordern von Facebook daher, die Sicherheit der Öffentlichkeit einzubeziehen und den Strafverfolgungsbehörden die entsprechenden Inhalte in einem verwendbaren Format zur Verfügung stellen zu können – erst dann solle die neue Ende-zu-Ende-Verschlüsselung starten.

Zuckerberg wird wohl keine Ausnahme erlauben

Facebook-Chef Zuckerberg gab zwar zu, dass die Verschlüsselung für die Behörden eine Herausforderung sei. Gleichzeitig sei man aber davon überzeugt, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen. Die großen Tech-Konzerne verweisen darauf, dass durch die Verschlüsselung auch mehr Daten der Nutzer vor Online-Kriminellen geschützt werden. Ausnahmen von der Regel, wie jetzt von den Ländern gefordert, würden hingegen die Sicherheit aller Nutzer wieder gefährden. 

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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