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Mehr Transparenz?

Facebook zeigt jetzt an, woher es Nutzer-Informationen bekommt

Veröffentlicht: 29.01.2020 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 29.01.2020
Facebook Privacy

Dass Facebook Daten mit anderen Apps und Webseiten teilt, ist bekannt, bislang war es für den Nutzer aber schwer ersichtlich, mit wem seine Daten eigentlich geteilt werden und woher Facebook abseits vom eigenen Netzwerk seine Informationen zieht. Mit der Funktion „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ will der Konzern nun offenbar mehr Transparenz zulassen. Dort findet der Nutzer eine Übersicht darüber, welche Apps und Webseiten Daten mit Facebook teilen – und in welchem Umfang. Bei durchaus schon mal Dutzenden Diensten dürfte es mit der Übersicht wiederum schwierig werden. Facebook zeigt die Aktivitäten der letzten 180 Tage an.

Der Zuckerberg-Konzern nutzt die Informationen, um relevante Werbung auszuspielen. Der Nutzer kann sich die entsprechenden Daten anschauen und „auf Wunsch von seinem Konto trennen“, heißt es in der Mitteilung von Mark Zuckerberg. Damit das funktioniert, mussten einige interne Systeme umgestellt werden. Interaktionen außerhalb von Facebook können dabei vielfältig sein: Das Öffnen einer App, der Besuch einer Webseite, der Kauf eines Produktes oder, logischerweise, der Login bei einem anderen Dienst via Facebook. Während dabei offensichtlich ist, dass Verbindungen zu Facebook hergestellt werden, war das bei anderen Aktivitäten im Internet bislang nicht ganz klar.

Mehr Transparenz, mehr Privatsphäre

Auf der Hilfe-Seite für die neue Funktion räumt Facebook ein, dass Nutzer sich über bestimmte angezeigte Aktivitäten wundern könnten. Grund dafür sei die Tatsache, dass Facebook diese von Daten-Dienstleistern oder Werbeagenturen erhalten habe, da Unternehmen wiederum Drittanbieter nutzen, um Kundeninteraktionen zu analysieren. In den Erklärungen zu den Aktivitäten wird deutlich, wie umfangreich der eigene Fußabdruck im Internet sein kann und wie viele Zugriffsrechte Facebook darauf mittlerweile hat. Der Konzern stellt trotz aller Transparenz zudem klar, dass nicht alle Aktivitäten, über die Facebook Bescheid weiß, auch in der Übersicht angezeigt werden, „aus technischen Gründen und aus Gründen der Zuverlässigkeit“.

Neben den „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ hat das Unternehmen auch Login Notifications eingeführt. Damit soll der Nutzer darüber informiert werden, wenn sein Facebook-Login verwendet wird, etwa bei Drittanbieter-Apps.

Außerdem will Facebook in den kommenden Wochen alle seine Nutzer daran erinnern, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen. Im News-Feed wird es dann eine Ankündigung geben, die direkt zum Privatsphäre-Check führt, der Anfang des Jahres überarbeitet wurde. Es soll nun einfacher möglich sein, einzustellen, wer Beiträge und Profilinformationen sehen kann. Außerdem sollen die Nutzer bequemer die Sicherheit ihres Kontos erhöhen können, etwa durch das Aktivieren von Anmeldewarnungen und die Überprüfung von Anmeldeinformationen für Anwendungen, die man via Facebook-Login nutzt.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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