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Kurzmeldung

Facebook simuliert sich selbst, um gegen Online-Betrug vorzugehen

Veröffentlicht: 16.04.2020 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 16.04.2020
Facebook Menschen-Simulation

Facebook zählt zwar als soziales Netzwerk – trotzdem passiert dort auch weniger Schönes: Fake News, Kommentar-Trolle, Online-Betrug, Belästigung etc. Nicht umsonst kam Mark Zuckerbergs Netzwerk in einer jüngsten Umfrage besonders schlecht weg. Jetzt will das Unternehmen stärker gegen die Probleme dort vorgehen und die Zusammenhänge dahinter verstehen. Dafür hat Facebook sein Netzwerk auf einer eigenen Plattform nachgebaut und lässt dort Bots die menschlichen Interaktionen nachahmen, berichtet The Verge.

Facebook baut soziales Bot-Netzwerk

Facebook-Entwickler haben dafür die Plattform WES geschaffen, die Abkürzung steht für Web-Enabled Simulation. Dort sollen Bots das reale Verhalten der menschlichen Facebook-Nutzer simulieren. Bots sind Programme, die meist einfache Aufgaben im Web wiederholt und automatisch ausführen. So soll unter anderem Zuverlässigkeit, Integrität und Datenschutz auf Facebook unter die Lupe genommen werden. Auch mögliche Bugs in der echten Infrastruktur sollen so gefunden werden.

Bots simulieren menschliche Nutzer

So gibt es etwa Bots, die darauf trainiert sind, in die Privatsphäre der simulierten Benutzer einzudringen oder „schlechte“ Inhalte aufzuspüren, die gegen die Regeln von Facebook verstoßen. Andere Bots imitieren etwa Verhaltensweisen, die denen von realen Facebook-Betrugsopfern ähneln sollen. 

Dabei können die Entwickler die Bots sogar mit echten Daten füttern und trainieren und ihnen einen schreibgeschützten Zugriff auf das „echte“ Facebook-Netzwerk geben, heißt es im Bericht. Doch die Forscher warnen selbst vor möglichen Risiken: Die Bots müssen in geeigneter Weise von echten Benutzern isoliert werden, „um sicherzustellen, dass die Simulation, obwohl sie auf echtem Plattformcode ausgeführt wird, nicht zu unerwarteten Interaktionen zwischen Bots und echten Benutzern führt“.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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