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Studie

Coronakrise treibt die Digitalisierung voran und bietet Chancen für „verstaubte“ Branchen

Veröffentlicht: 19.05.2020 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 19.05.2020
Gruppe mit modernen Gadgets

Physische Kontakte sind in den letzten Monaten aufgrund der Corona-Pandiemie rar geworden. Durch die von der Regierung beschlossenen Geschäftsschließungen mussten deutsche Konsumenten auf zahlreiche gewohnte Dienstleistungen verzichten. Diese Ausnahmesituation beflügelte allerdings den Gebrauch von digitalen Services. Laut einer Studie des digitalen Versicherungsmanagers Clark und des Befragungsinstituts YouGov haben 31 Prozent der Deutschen wegen der Coronakrise mehr digitale Dienstleistungen in Anspruch genommen.

Nach wie vor kein volles Vertrauen in Dienste

Von den 1.021 befragten Personen waren es vor allem die Digital Natives, welche in Zeiten von Kontaktbeschränkungen auf digitale Dienste zurückgegriffen haben. Unter den 18- bis 24-Jährigen nutzen 58 Prozent und unter den 25- bis 34-Jährigen griffen immerhin 48 Prozent verstärkt zu Dienstleistungen wie Apps, Beratung per Video-Chat oder zu digitalen Finanz-Tools. Aber auch die ältere Generation zeigte sich diesen gegenüber offen. Laut der Studie fanden bei 18 Prozent der über 55-Jährigen Online-Services in der aktuellen Krise Verwendung. 

Trotz der laut Clark „verordneten“ Digitalisierung, konnte das Vertrauen in die Dienste nicht gesteigert werden. 75 Prozent der Befragten haben laut Studie weder mehr noch weniger Vertrauen in digitale Dienstleistungen seit Corona, mit 48 Prozent haben fast die Hälfte nun sogar mehr Angst vor dem Missbrauch der persönlichen Daten. Die Furcht vor Cyberkriminalität und die damit immernoch einhergehende Skepsis vor den Online-Services ist in allen befragten Altersgruppen gleichermaßen vertreten.

Chance für Digitalisierungsschub in angestaubten Branchen

Die jetzige Krise und Zunahme der Akzeptanz gegenüber digitalen Diensten könnte in einigen Branchen zu einem regelrechten Digitalisierungsschub führen, wie die Experten von Clark prophezeien. „Im Versicherungsbereich arbeiten beispielsweise immer noch viele Unternehmen überwiegend offline – die Digitalisierung der Branche kam in den vergangenen Jahren nur schleppend voran“, erklärt Dr. Christopher Oster, Mitgründer und CEO. „Das könnte sich jetzt ändern, denn in den vergangenen Wochen haben mehr und mehr Kunden die Vorteile digitaler oder telefonischer Beratung kennengelernt.“ 

Besonders in der Versicherungsbranche, die generell eine hohe Unzufriedenheit aufzeigt, bieten sich nun Chancen sowohl für alte als auch neue Anbieter, die Nutzererfahrung und Kundenzufriedenheit zu verbessern. „Vor allem im Finanz- oder Versicherungsbereich sind digitale Services eine neue Erfahrung. Mit der Zunahme der Nutzung wird dies jedoch früher oder später zur Normalität. Spätestens wenn die Digital Natives in der Zahl wachsen“, so der Clark-CEO weiter.

Über die Autorin

Corinna Flemming Expertin für: Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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