Teilen Teilen Kommentare Drucken
Digital Tech Newsflash

„Konservative“ Twitter-Alternative Parler legt seit US-Wahl massiv zu

Veröffentlicht: 11.11.2020 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 11.11.2020
Parler und Twitter

Donald Trump versucht gerade verzweifelt, die US-Wahl noch irgendwie zu seinen Gunsten umzubiegen. Auf seine Lieblingsplattform Twitter kann er sich dabei nicht mehr verlassen. Der Kurznachrichtendienst versieht mittlerweile fast alle seine Tweets mit Hinweisen auf falsche oder nicht belegte Angaben. Davon profitiert offenbar der funktional ähnliche Dienst Parler. Das – nach eigenen Angaben – konservative soziale Netzwerk hat derzeit einen enormen Zulauf. Basierend auf Daten von SensorTower, die The Verge ausgewertet hat, wurde die Parler-App zwischen dem 3. November (US-Wahltag) und dem 8. November rund 980.000 Mal heruntergeladen. Allein 636.000 Downloads wurden dabei am vergangenen Sonntag getätigt.

Das hat dafür gesorgt, dass die App sowohl im iOS App Store als auch bei Google Play auf dem ersten Platz steht. Am 2. November war es noch Platz 1.023 im iOS Store und Platz 486 im Google Play Store. Insgesamt wurde Parler allein in den USA 3,6 Millionen Mal heruntergeladen. Parler ist dabei eine der zentralen Anlaufstellen für konservative Proteste gegen den Wahlausgang, prominente Konservative und Trump-Freunde haben laut The Verge für einen Umstieg auf das Netzwerk geworben. Gleichzeitig soll Parler eine Anlaufstelle für rechte und rechtsextreme Verschwörungstheorien sein.

Der Zulauf ist dabei kein Zufall. Parler wurde 2018 vom Trump-Unterstützer und Waffen-Fan John Matze gegründet, wie die Taz schreibt. Er bezeichne sich selbst als „Techno-Faschisten“ und „Hüter der Wahrheit“. Während Facebook und Twitter seit Monaten gegen Falschbehauptungen über die Wahl und die Verbreitung von Verschwörungstheorien vorgehen, wird bei Parler kaum moderiert – obwohl die Richtlinien kürzlich dahingehend angepasst werden mussten.

TikTok zieht wieder vor Gericht

Die TikTok-Mutterfirma ByteDance ist erneut vor Gericht gezogen, um ein mögliches Verbot der Video-App in den USA zu verhindern. Ein Gremium, das ausländische Investitionen in den USA überwacht, setzte ByteDance eine Frist bis zum 12. November, „um sich von Eigentum mit Bezug zum Betrieb der App in den USA zu trennen“, schreibt das Handelsblatt. ByteDance habe eine Fristverlängerung um 30 Tage beantragt, bislang aber keine Rückmeldung der US-Regierung bekommen. Das komplette Aus von TikTok in den USA wurde erste Ende Oktober von einer Richterin im Bundesstaat Pennsylvania ausgesetzt. Die Zukunft der App in den USA ist weiterhin offen, da es offiziell nach wie vor keine Einigung mit den möglichen Käufern Oracle und Walmart gibt.

Apple: M1-Chip für die Unabhängigkeit

Am Dienstag hat Apple neue Computer vorgestellt, nachdem in den vergangenen Wochen bereits die neuen Varianten des iPhones, der iPads und der Apple Watches präsentiert wurden. Äußerlich ähneln die neuen MacBook Air, MacBook Pro und MacMini ihren Vorgängern, große Überraschungen gab es hier nicht. Eine große Überraschung findet sich aber unter der Haube. Bislang setzte Apple auf Intels Chiptechnologie, es hieß also „Intel Inside“. Das ändert sich künftig: Apple hat mit dem M1 den ersten selbstentwickelten Computerchip vorgestellt, der in Zukunft die eigenen Geräte antreiben soll. Damit macht sich der Konzern unabhängig von Intel. Der Spiegel spricht von Apples „Unabhängigkeitserklärung“ und prophezeit weitreichende Konsequenzen für den Computermarkt.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Christoph Pech

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.