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Einsatz für Kleinunternehmen?

Facebook schießt gegen Apple

Veröffentlicht: 17.12.2020 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 17.12.2020
Facebook im App Store

Dass sich die großen Tech-Konzerne gegenseitig deftig kritisieren, kommt eher selten vor. Umso überraschender, wie deutlich sich Facebook nun gegen Apple positioniert: Apples neue Richtlinie für iOS 14 werde vor allem Kleinunternehmen hart treffen, schreibt Facebook. Die neue Richtlinie, die über die AppTrackingTransparency von iOS 14 umgesetzt wird, habe vor allem Profit und nicht Datenschutz im Blick. „Die Richtlinie wird Unternehmen dazu zwingen, auf Abonnements und andere In-App-Zahlungen umzusteigen, um Einnahmen zu erzielen“, so Facebook.

Während Apple profitiere, würden vor allem Anbieter kostenloser Dienste genötigt, Gebühren zu verlangen. Dies schade Kleinunternehmen und Publishern, die durch Corona ohne Probleme haben, denn es wirke sich direkt auf die Möglichkeit aus, Werbebudgets effizient einzusetzen. Facebook analysiert, dass der Wegfall personalisierter Werbung bei Kleinunternehmen Umsatzeinbußen von durchschnittlich 60 Prozent für Investitionen in digitale Werbung verursachen werde.

Facebook ist „nicht einverstanden“

Facebook kritisiert vor allem, dass Apple sich nicht an seine eigenen Regeln halte, denn die Apple-eigene Plattform für personalisierte Werbung unterliege nicht der neuen Richtlinie. „Wir sind mit Apples Vorgehensweise nicht einverstanden, müssen ihre Einverständnisaufforderung jedoch anzeigen“, erklärt Facebook. Würde Facebook der Verpflichtung nicht nachkommen, würde dies Vergeltungsmaßnahmen nach sich ziehen. Diese würden, „den Unternehmen, denen wir helfen möchten, nur noch mehr schaden“, so Dan Levy, VP Ads & Business Products bei Facebook. „Dieses Risiko können wir nicht eingehen.“

iOS-Update 14: Darum geht es

Nach der bereits im Juni angekündigten Richtlinie müssen Apps einen Tracking-Warnhinweis anzeigen. Dies erschwere es deutlich, ein erfolgreiches Geschäftsmodell umzusetzen, da personalisierte Anzeigen erschwert werden. Aber genau auf diese seien kleine Unternehmen angewiesen, um Profit zu machen. Dan Levy erklärt es so: „Es nützt einem lokalen Konditor nichts, Menschen anzusprechen, die in einer anderen Stadt leben. Genauso wenig bringt es einem kleinen E-Commerce-Shop für maßgeschneiderte Hundeleinen etwas, wenn die Werbung Katzenbesitzer erreicht. Einfach ausgedrückt: Wenn personalisierte Werbung durch Apples Richtlinie drastisch an Effektivität einbüßt, wird es für kleine Unternehmen wesentlich schwerer, ihre Zielgruppe zu erreichen.“

Facebook ist der Überzeugung, dass sich personalisierte Werbung und die Privatsphäre der Nutzer nicht ausschließen. Apple führe die Richtlinie nur deswegen ein, damit App-Entwickler und Content-Creator mehr auf bezahlte Abos setzen – bei denen Apple Provisionen einstreicht. Apple hat sich zu der Kritik bislang nicht geäußert.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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