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Kurzmeldung

Funktion kopiert: Vier Millionen Euro Strafe für Facebook

Veröffentlicht: 08.01.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 08.01.2021
Facebook

Weil sich Facebook die Funktion „Nearby“ von einem anderen App-Entwickler abgeschaut haben soll, muss das Unternehmen nun eine Entschädigung in Höhe von 3,8 Millionen Euro an das Unternehmen Faround, den Entwickler der App, in Italien zahlen. Das berichtet Reuters. Die Funktion, die in Deutschland „Freunde in deiner Nähe“ heißt, hat Facebook im Jahr 2015 europaweit ausgerollt, das Verfahren geht aber schon auf eine Klage aus dem Jahr 2013 zurück.

In Italien war Faround damals sehr beliebt, die App zeigte nicht nur Freunde in der Nähe, sondern auch Geschäfte, Restaurants oder Clubs an. Nachdem Facebook die Funktion einführte, sanken die Nutzerzahlen von Faround. Dessen Entwickler reichten darum Klage ein. Schon 2019 entschied ein Gericht, dass Facebook eine Strafe zahlen müsse, damals lag diese aber nur bei 350.000 Euro. In dem neuen Urteil wurde der Betrag auf 3,83 Millionen Euro erhöht.

Facebook prüft die Entscheidung

Gegenüber Reuters erklärte ein Facebook-Sprecher, dass man das Urteil erhalten habe und nun eingehend prüfen werde. Dabei dürfte es aber eher ums Prinzip gehen. Dem Milliarden-Unternehmen Facebook tun vier Millionen Euro nicht wirklich weh. Viel schwerer wiegt da etwa die Übernahme von Instagram, die unter anderem ein Grund dafür ist, warum in den USA mittlerweile eine Zerschlagung Facebooks im Raum steht. Auch dabei geht es um den Missbrauch der Marktmacht und die mögliche Monopolstellung, die es kleinen Unternehmen erschwert oder unmöglich macht, am Markt teilzuhaben.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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