Studie

Deutsche unterschätzen Gefahr des Jobverlusts durch Digitalisierung

Veröffentlicht: 30.04.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 30.04.2021
Mann vor Bildschirm

Die Digitalisierung ist oft ein Aufreger-Thema: Immerhin hört man immer wieder, wie schlecht Deutschlands Politik und Wirtschaft zum Teil in dem Bereich dasteht – zuletzt offenbart sogar ein Gutachten „archaische Zustände“. Zum Glück, könnte man jetzt sagen: Denn laut einer aktuellen Studie unterschätzen die Deutschen die möglichen Auswirkungen der Digitalisierung auf ihren Arbeitsplatz, wie Zeit Online berichtet. Für die internationale Umfrage wurden weltweit knapp 210.000 Arbeitnehmer in 190 Ländern gefragt. Auftraggeber sind das Stellenportal Stepstone, der internationale Jobbörsenverband The Network und die Unternehmensberatung Boston Consulting Group.

„Deutschland geht auf das Thema Automatisierung etwas naiv zu“

Weltweit sagten 41 Prozent der befragten Arbeitnehmer, dass sie sich im letzten Jahr mehr darum gesorgt haben, dass ihr Arbeitsplatz wegrationalisiert werden könnte. Dafür wäre vor allem die steigende Zwangs-Digitalisierung wegen der Coronakrise verantwortlich. Dabei seien vor allem die Branchen Finanzwesen und Versicherungen betroffen. 

Die Unterschiede zwischen den Ländern bescheinigen den Deutschen wohl eine gewisse Sorglosigkeit: Im Hightech-Inselstaat Singapur befürchteten 61 Prozent einen möglichen Job-Verlust – in Deutschland sind es gerade mal 28 Prozent. In China sorgen sich rund 48 Prozent, in den USA 44 Prozent. Rainer Strack, Arbeitsmarktexperte der Boston Consulting Group, warnt daher: „Deutschland geht auf das Thema Automatisierung etwas naiv zu, etwas blauäugig. Covid hat uns zehn Jahre in die digitale Zukunft katapultiert.“

Fehlende Motivation für digitale Weiterbildung

Das besorgniserregende Ergebnis wird noch durch eine weitere Statistik untermauert: Denn auf eine Umschulung bzw. einen neuen Job haben die Deutschen auch eher wenig Lust. Weltweit wären 68 Prozent bereit für einen anderen Job eine Umschulung zu machen, in Deutschland sind es nur 55 Prozent. Auch andere Studien haben die in Deutschland fehlende Motivation für digitale Weiterbildung offenbart. 

Die Masse der Experten gehe jedoch davon aus, dass durch digitale Prozesse und Automatisierung in den nächsten Jahren viele Bürojobs wegfallen werden. So würden etwa vor allem Banken und Sparkassen vermehrt Stellen abbauen.

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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