Viraler Post bei Reddit

IT-Experte lässt seine Arbeit von Software erledigen – und der Chef merkts nicht

Veröffentlicht: 18.01.2022 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 18.01.2022
Mann schläft vor Laptop

Es klingt wie nerdiger IT-Humor: Man erschafft selbst ein Programm, das dann die ganze Arbeit für einen erledigt und man selbst kann sich zurücklehnen. Genau das soll aber ein IT-Experte geschafft haben, wie er in dem Forum „Anti-Work“ des Portals Reddit erzählt. Der Beitrag „Ich habe meinen Job vor über einem Jahr automatisiert und habe es noch niemandem erzählt.“ wurde über 80.000 Mal positiv bewertet und geht nicht nur auf Reddit viral.

Der ITler mit dem Nutzernamen „Throwaway59724“ soll demnach in einer mittelgroßen Anwaltskanzlei in den USA arbeiten und eigentlich Unterlagen und Dateien für Gerichtsverhandlungen digital in einer Cloud verwalten. Für diese wohl eher langweilige Routine-Aufgabe schrieb er in nur einer Woche ein eigenes Skript, also eine Programmiersprache, die die Anweisungen automatisch für ihn ausführt. Dadurch, dass er durch die Corona-Pandemie ins Homeoffice wechselte, blieb sein gewitztes Outsourcing bis heute unbemerkt, behauptet er. Auch habe er als einziger Administrator Zugang zu den Daten.

Software übernimmt Job: „Zehn Minuten Arbeit pro Tag“ – 90.000 Dollar Gehalt

„Ich melde mich jeden Tag an, spiele Videospiele oder tue was auch immer, und am Ende des Tages schaue ich mir die Protokolle an, um sicherzustellen, dass alles reibungslos gelaufen ist... und melde mich dann ab. Ich bin nur vielleicht 10 Minuten pro Tag an meinem Schreibtisch“, berichtet der Nutzer. „Eine Zeit lang hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich die Anwaltskanzlei über den Tisch gezogen habe, aber schließlich habe ich mir eingeredet, dass es nicht schadet, wenn alle zufrieden sind. Ich tue genau das, wofür sie mich eingestellt haben, die Arbeit wird rechtzeitig erledigt, und ich kann mein Leben genießen.“ Laut seinen Angaben beträgt sein Jahresgehalt rund 90.000 US-Dollar.

Sein Chef und das Unternehmen können den Arbeitsaufwand sehr offensichtlich nicht gut einschätzen und sind mit der Digitalisierung wohl überfordert. „Bevor sie mich einstellten, hatten sie Mühe, mit den Dingen Schritt zu halten“, so der IT-Mann. Sein Chef sei „sehr nett, aber technisch nicht sehr versiert“. Bleibt für ihn nur zu hoffen, dass keiner der Anwälte oder Mitarbeiter ihren ökonomisch arbeitenden Kollegen und seine Erfolgsstory im Web wiedererkennt.

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Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#2 Andreas S. 2022-01-19 11:58
Ich gebe gunnar völlig recht. Der Mann hat das Geld verdient, da sein Job erfüllt wird und das zuverlässig. Der Weg, wie diese Arbeit erledigt wird, ist dabei ja unerheblich. Ich kenne das auch von mir selbst. Bei einem meiner Kunden geht es häufig um Datenverarbeitu ng im ERP-System, wobei es oft um ein und dieselbe Arbeit geht, die bei unzähligen Datensätzen durchgeführt werden muss. Ob ich das nun manuell durchführe, dabei dann nach gefühlt 4 oder 5 Stunden beinahe einschlafe, weil es so monoton ist, und dabei dann womöglich noch sich ein Fehler einschleicht, oder ob ich nun eine Software programmiere, die eben genau diese Arbeit zuverlässig und garantiert fehlerfrei für mich in einer kürzeren Zeit erledigt, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist nur, dass das jeweilige Projekt zuverlässig ausgeführt wird wie es der Kunde wünscht. Letztlich geht es doch, sind wir mal ehrlich, darum: Daten eingeben kann eigentlich jeder, der eine gewisse Einlernphase durchlaufen hat. Der "dumme" (bitte nicht falsch verstehen) setzt sich hin und führt die Arbeit von Hand aus. Der "Profi" weiß ganz genau, mit welchen Hilfsmitteln er die gleiche Arbeit wesentlich schneller und zuverlässiger erledigen kann.

Ich hatte dazu vor vielen Jahren einmal eine tolle Anekdote gehört:
Der Traktor eines Landwirtes springt nicht an. Der Landwirt ruft einen jungen Mechaniker. Der versucht den Motor zu starten und sagt "Wir müssen den Traktor in unsere Werkstatt bringen und dort näher untersuchen. Unsere Hightech-Geräte werden uns dann ganz genau sagen, was defekt ist. Das kostet dann vermutlich zwischen 500 und 1.000 Euro" Der Landwirt holt sich aber erst mal noch einen zweiten Rat ein und bestellt einen weiteren Mechaniker zu sich - ein alter, grauhaariger Mann. Der alte Mann versucht den Motor zu starten und schaut einen Moment nachdenklich den Motor an, greift zu einem kleinen Hammer, klopft zwei, drei Mal gegen ein bestimmtes Teil und der Motor springt anschließend sofort wieder an. "Das macht dann bitte 500 Euro.". Der Landwirt fragt, warum das so teuer sei, das seien doch nicht mal 2 Minuten Arbeit gewesen und er hätte ja lediglich mit einem Hämmerchen geklopft, nicht mal teures Equipment benutz oder den Traktor in seine Werkstatt gebracht. Daraufhin antwortet der alte Mann: "Dieser Preis ist nicht für die Arbeitszeit, sondern für die Erfahrung, das Problem sofort zu erkennen und es sofort beheben zu können."
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#1 gunnar 2022-01-19 08:47
er erfüllt alle an ihn gestellten anforderungen, hat sein geld also auch verdient.
egal ob er, oder sein programm es erfüllt.
hauptsache er bietet das programm nicht den firmen direkt an.
dann gibt es eine menge arbeitslose mehr.
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